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Januar 2019

Reaktionen aus Österreich auf Johannes Dürrs Dopingangaben. 20.1.2019:

sportschau.de: Blutige Langlauf-Angelegenheiten

sportschau.de: Staatsanwalt: "Sehr bedeutsame Informationen"

 

 

Beispiel zu den unterschiedlichen Organisationsstrukturen der nationalen Anti-Doping-Organisationen: Die französische Agentur AFL hat zum 1.1.2019 Reformen eingeführt. Hierzu müsste erst das französische Gesetz geändert werden. Danach werden ab sofort alle Dopingverstöße nicht mehr von den Sportorganisationen, sondern von einer Kommission der AFLD bearbeitet. Zudem sollen die Verfahren verkürzt werden können. Auch die Rechtsprechung obliegt der AFL. In Deutschland wird diese von der NADO an das Deutsche Sportschiedsgericht weiter gegeben, sofern überhaupt die Verbände das Ergebnismanagement in die Hände der NADA gelegt haben. Ein weiterer Unterschied in der Organisation der Anti-Doping-Organisation besteht z.B. darin, dass das Anti-Doping-Labor, 2018 von Châtenay-Malabry nach Orsay umgezogen, zwar einer Universität angegliedert, aber Teil der AFLD ist. 20.1.2019:

spe15: Les nouvelles procédures anti-dopage de l’AFLD

 

 

Nationale Anti-Doping-Agenturen sind die Herzstücke des internationalen Antidopingkampfes. Eine Voraussetzung sollte sein, dass sie unabhängig agieren können. Wie solch eine Unabhängigkeit aber aussehen sollte, bleibt ungeklärt. Die NADO sind weltweit in unterschiedlichster Weise organisiert einschl. ihrer Finanzierung. 19.1.2019:

DLF: Wie unabhängig sind die nationalen Doping-Aufseher?

 

 

Im April 2018 hob der CAS die vom IOC verhängte Sperren in Folge der Sotchi-Affaire von 28 russischen Sportler*innen auf. Daraufhin erhob das IOC vor dem Schweizer Bundesgericht erst einmal nur in einem Fall, dem Langläufer Alexander Legkow, Einspruch. Dieser wurde jetzt zurückgewiesen. Das IOC verzichtet nun auf die Weiterverfolgung der anderen 27 Fälle. 18./19.1.2019:

IOC: IOC disappointed at decision of Swiss Federal Tribunal

insidethegames.biz: Swiss Federal Tribunal reject IOC appeal against CAS decision to clear Legkov of doping

sportschau.de: IOC verliert vor Schweizer Gericht - 28 russische Sportler freigesprochen

 

 

Ist ein wirksamer Antidopingkampf nur möglich im Verzicht auf fundamentale Menschenrechte, mit totaler Kontrolle? Sportpsychologe Prof. Dr. Oliver Stoll spricht im Interview über die Dilemmata des Leistungssportsystems, in dem er selbst vor der Entscheidung stehen könnte, seine Arbeit innerhalb dieses Systems aufzugeben. Er betrachtet die Aussagen Johannes Dürrs als glaubwürdig. 17./18./20.1.2019:

Meinung: Er wäre nicht der erste, der aus Gründen eigener Glaubwürdigkeit und Integrität diesen Schritt zurück machte (drop out durch Doping). Oliver Stolls Antworten im zu lesenden Interview wirken so, als seien ihm die von Dürr geschilderten Bedingungen, in die Leistungssportler geraten, bislang nicht vertraut. Das entspräche dem altbekannten und von Seiten des Sports gerade wieder aktuellen Reaktionsmuster, wonach Geständnisse als neue, Erstaunen hervorrufende Erkenntnisse dargestellt werden. Dürr schildert nichts Neues, er beschreibt nur wieder, wie viele Sportler*innen und Kenner des Systems zuvor, die Mechanismen. die eine Dopingkarriere provozieren können und die längst Teil einer glaubwürdigen Dopingprävention sind bzw. sein sollten.

sportschau.de: „Stimmen Dürrs Aussagen, hat der Leistungssport ein Problem“

sportschau.de: Warum Sportler dopen

zu Reaktionen auf Dürrs Aussagensiehe hierzu auch folgenden Kommentar: SZ: All die schwarzen Schafe

 

 

Ex-Bobpilot Alexander Zubkov wurde zuletzt vom CAS für schuldig befunden, anlässlich der OS in Sotchi Urin manipuliert zu haben und zusammen mit drei anderen russischen Bobfahrern für je zwei Jahre gesperrt. Dennoch ist er Präsident des russischen Bobverbandes. Ein Moskauer Gericht hatte zudem in erster und zweiter Instanz geurteilt, dass Zubkov seine Medaillen behalten kann, da das CAS in Russland keine Relevanz habe. Das Russische Olympische Komitee forderte nun Zubkov auf, als Präsident des Bobverbandes RBF zurück zu treten. Wenn dieser sich weigert, droht die Suspendierung des Verbandes durch den Internationalen Bobverband IBSF. 17.1.2019:

insidethegames.biz: Doping ban prompts ROC to call for Zubkov to stand down as Russian Bobsleigh Federation President

 

 

Die Übertragung der Daten des Moskauer Anti-Doping-Labors für die WADA ist abgeschlossen. 17./18.1.2019:

WADA: WADA successfully retrieves data from Moscow Laboratory

sportschau.de: McLaren: "Daten aus Moskau könnten Hunderte Dopingfälle offenlegen"

 

 

Der österreichische Langläufer Johannes Dürr wurde vor den OS in Sotchi positiv auf EPO getestet. Jetzt hat er seine Dopinggeschichte erzählt. Dabei gibt er Hinweise auf verbreitetes Doping im Skilanglauf, Spuren führen auch nach Deutschland. Namen nennt er keine, so dass das unterstützende Umfeld kaum fassbar ist. Der ÖSV dementiert jedenfalls jegliches Mitwissen und betont, dass das gesamte Betreuerumfeld bestens vom Verband zu Antidopingfragen geschult werde. 16./17./19.1.2019:

sportschau.de: Doping im Langlauf. Geheimsache Doping - der betrogene Betrüger

sportschau.de: Cross-Country Skiing. The Duped Cheat

sportschau.de: ÖSV-Sprecher: „Schwarze Schafe sind nie auszuschließen“

sportschau.de Die große Heuchelei

DLF: Doping-Ermittlungen nach ARD-Doku„Dass man so zu einem Fall kommt, ist eine Ausnahme“

 

 

Anfang Februar 2019 muss sich der ehemalige Arzt des Britischen Radsportverbands und des Teams Sky vor dem Britain’s General Medical Council (GMC) wegen illegaler Verschreibungspraktiken verantworten. 15./16.1.2019:

velonews.com: Former Team Sky doctor to face misconduct probe over doping claims

sportsintegrityinitiative.com: Testogel, doctors, British Cycling, TUEs & a false perception of cheating

Anfang Februar 2019 muss sich der ehemalige Arzt des Britischen Radsportverbands und des Teams Sky vor dem Britain’s General Medical Council (GMC) wegen illegaler Verschreibungspraktiken verantworten. 15./16.1.2019:

velonews.com: Former Team Sky doctor to face misconduct probe over doping claims

sportsintegrityinitiative.com: Testogel, doctors, British Cycling, TUEs & a false perception of cheating

Hintergrund >>> c4f: Team Sky und Doping

>>> c4f: Dr. Mark Bonar

 

 

Der belgische Arzt Dr. Chris Mertens wurde wegen Verletzungen des Dopingreglements, explizit um Behandlungen mit Eigenblut-Ozontherapien, von dem Gericht in Leuven zu 6 Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt (Belgien hat seit 1965 ein Anti-Doping-Gesetz). Die Angelegenheit war bekannt geworden, als Radrennfahrer Tom Meeusen Anfang des Jahres 2013 untersagt wurde, ein Rennen zu fahren, da er in Ermittlungen um Arzt Mertens, die 2012 begannen, eingebunden sei. Bei einer Hausdurchsuchung in der Arztpraxis wurden verschiedene Unterlagen, auch Patientendossiers, sicher gestellt. Auch der belgische Radsportverband war damals unter Druck geraten (live-radsport.ch, 7.1.2013). Im nun abgeschlossenen Gerichtsverfahren ging es um drei Anklagepunkte, die den Zeitraum zwischen dem 7. Januar 2009 und dem 2. Januar 2013 betrafen: die Anwendung von Ozontherapien, Injektionen mit Eisen- und Eiweißpräparaten und um Unterstützung von Sportlern bei der Umgehung des Dopingreglements. Zu den Patienten des Arztes gehörten 20 Sportler/innen, darunter die Radsportler Van Avermaet, Ben Hermans, Kevin Hulsmans, Bart Wellens, Tom Meeusen, Vincent Baestaens, Bert Jammaer und Rob Goris. 15.1.2019:

nieuwsblad.be: Zes maand cel met uitstel voor ozondokter: mailverkeer met sporters deed hem de das om

hln.be: Ozondokter krijgt zes maanden met uitstel

 

 

Die UCI wird erst ab dem 1.3.2019 das opiodhaltige Schmerzmittel Tramadol in Wettkämpfen verbieten, nicht schon ab dem 1.1. wie ursprünglich geplant. Tramadol ist bei uns nicht verschreibungspflichtig und soll insbesondere im Radsport häufig eingesetzt werden. Es hat einen negativen Einfluss auf das Fahrverhalten und kann abhängig machen. Die WADA untersucht noch ein mögliches Verbot.

Andere opioidhaltige Schmerzmittel sind längst zu einem großen Problem im Sport und Gesellschaften geworden. In den USA sind es Mittel wie Oxycodon und Fentanyl. Obwohl verschreibungspflichtig werden sie unkontrolliert verordnet und illegal hergestellt und vertrieben. Die Pharmaindustrie widersetzt sich seit Beginn der Markteinführung einer stärkeren Kontrolle, es ist ein Milliardendollarmarkt. Im Jahr 2011 wurde eine Untersuchung der Substance Abuse and Mental Health Services Administration (SAMHSA) über den Schmerzmittelmissbrauch in der NFL veröffentlicht. Danach litten nach dem Karriereende nicht wenige Sportler an einer Schmerzmittelabhängigkeit. Die Forscher plädierten an die Sportverantwortlichen, Präventionsprogramme zu entwickeln, doch aus der NFL kam nur die Antwort, die regelmäßig durchgeführten Drogentests würden ausreichen - allerdings sind diese Termine den Sportlern immer im Voraus bekannt. Eine Hilfe nach der Karriere existiert nicht. 15.1.2019:

UCI: Tramadol ban: All you need to know

cyclingnews: Tramadol ban to come into effect on March 1

ESPN: Painkiller misuse numbs NFL pain, 28.1.2011

 

 

Stimmen zum Stand der Causa WADA/Russland. 14./15.1.2019:

sportsscientists.com: Ross Tucker: WADA, Russian doping, ‘realpolitik’ and the ignored voice of athletes

ssportsintegrityinitiative.com: Andy Brown: How sport’s failure to hold Russia to account led to an unacceptable situation

sportschau.de: Nick Butler, Hajo Seppelt: Fiasko im Fall Russland steht für Versagen des Anti-Doping-Systems insgesamt

 

 

Die digitalen Möglichkeiten werden den Leistungssportsport entscheidend verändern. Vieles mutet wie Phantastereien an, doch angesichts dessen, was heute schon möglich ist, dürfte die zu erwartende Realität den heutigen Leistungssport und damit verbundenen Diskussionen als Peanuts erscheinen lassen. 13.1.2019:

DLF Sportgespräch: Sascha Schmidt „Die Frage ist, wie Fairness hergestellt werden kann“

 

 

Im November 2018 urteilte das höchste Moskauer Gericht, dass Bobfahrer Alexander Zubkov seine beiden Goldmedaillen von den OS in Sotchi behalten kann und damit das anderslautende CAS-Urteil für ungültig erklärte. Das IOC erhob Einspruch und verlor jetzt.

Derweil beklagt der Russische Bobverband den Verlust an Sponsoren aufgrund der Dopingvorfälle. 11./12.1.2019:

AP: Russian court says bobsledder can keep Olympic titles

insidthegames.biz: Zubkov admits sponsors have fled Russian Bobsleigh Federation following doping scandals

 

 

Wie sicher sind die Dopingkontrollflaschen, in denen die Proben gelagert werden, zu verschließen? Diese Frage stellt sich erneut, nachdem ein norwegischer Sportler mit einem Video Probleme mit dem Verschließen einer Blutprobe aufzeichnete. 11.1.2019:

spiegel.de: Einmal kräftig gedreht, dann war das Ding offen

 

 

Ein weiterer Sportminister aus Europa zeigt Interesse an der Nachfolge von Craig Reedie als WADA-Präsident. Der flämische Sportminister Philippe Muyters wurde angeblich dazu überredet, sich nominieren zu lassen. Dabei scheint es vor allem darum zu gehen, eine Alternative zu Linda Helleand zu finden, die wohl vielen zu 'radikal' agiert. Europa kann nur einen Kandidaten/eine Kandidatin nominieren. 10.1.2019:

insidethegames.biz: Flemish Sports Minister Muyters declares intention to stand for WADA President

 

 

Die WADA erlaubt das Einatmen von Sauerstoff, die FIS nicht. Die FIS aberkannte nun Stefan Luitz den Weltcupsieg in Beaver Creek-Rennen vom 2.12.2018, der vor dem Rennen mit Sauerstoff versorgt worden war. Die Teamleitung gab an, die FIS-Regelung nicht geknnt zu haben. Bekannt wurde der Verstoß aufgrund eines anonymen Hinweises. 7./10./14./15./28.12.2018/10.1.2019:

skionline.ski: DSV-Läufern droht nachträgliche Disqualifikation

SZ: Der Fall Luitz darf nicht bagatellisiert werden

spiegel.de: Saurer Stoff

spiegel.de: Ski-Weltverband will Luitz Sensationssieg aberkennen

sportschau.de: Deutscher Alpinchef will FIS-Disqualifikation nicht hinnehmen

DLF: Fall Luitz„Viele Leute haben geschlafen“

DLF: Luitz wehrt sich gegen Disqualifizierung nach Weltcup-Sieg

FIS: FIS Hearing Panel Ruling on Stefan Luitz Case

 

 

Die WADA griff die Diskussion um den Dopingtest des 90jährigen Radsportlers auf und betonte, sie arbeite an dem Komplex, doch einfach sei dies nicht zu lösen. Es sei ihr aber wichtig, nicht Sportler zu bestrafen, die unverschuldet positiv getestet würden aufgrund nationaler Gegebenheiten wie verbreitete Fleischkontaminationen und erlaubter Nahrungsergänzungsmitteln mit vielen und hohen Anteilen und Verunreinigungen verbotener Substanzen. Die WADA fordert die USADA auf, sich in den USA und vor allem bei der amerikanischen Nahrungsergänzungsmittel-Industrie verstärkt dafür einzusetzen, dass die breite Palette der Nahrungsergänzungsmittel dopingmittelfrei seien. 10.1.2019:

insidethegames.biz: WADA claim "continuously striving" to catch cheats and not accidental dopers after 90-year-old cyclist fails test

Hintergrund: Nahrungsergänzungsmittel haben in den USA eine lange Tradition und sind seit Jahrzehnten in der Gesamtgesellschaft weit verbreitet. Die größten Dopingskandale stehen damit in Verbindung. Hersteller, Trainer und Anti-Aging-Kliniken nutzten die Möglichkeiten. Der Markt ist höchst lukrativ.

>>> c4f: USA und Doping, Affairen

 

 

Der Fall eines 90jährigen Radsportlers, der nach einem Weltrekord positiv auf Trenbolon getestet wurde, schlug weltweit hohe Wellen. Der Fahrer verlor seinen Rekord, wurde aber nur verwarnt und kann weiter starten. Die Ursache des Befundes konnte nicht geklärt werden, mit hoher Wahrscheinlichkeit ist kontaminiertes Fleisch die Ursache, aber auch ein verunreinigtes Nahrungsergänzungsmittel könnte nicht völlig ausgeschlossen werden. Sicher sei, dass keine Absicht dahinter stand. Die USADA musste sich nach Bekanntwerden des Falles vieler Kritik stellen. Kontrollen von Sportlern in diesem hohen Alter werfen u.a. die Frage auf, ob der organisatorische und finanzielle Aufwand noch verhältnismäßig ist. Trevis Tygart verteidigt die Kontrolle damit, dass es sich um einen Weltrekord gehandelt habe, hier sei eine Kontrolle vorgesehen. Zudem setzte sich die USADA seit Längerem dafür ein, dass die WADA-Verbotsliste verschlankt werde und damit Fälle verunreinigter Nahrungsergänzungsmittel und Kontaminationen von Fleisch nicht mehr verfolgt würden und geringe Mengen verbotener Substanzen nicht mehr automatisch eine zu einer Sanktion führen würden. 8./9.1.2019:

nelonews.com: USADA CEO: 90-year-old’s world record triggered doping test

insidethegames.biz: USADA chief Tygart explains reasoning for test on 90-year-old amateur cyclist

AP: In shaming 90-year-old rider, anti-doping earns a black eye

 

 

Seit Oktober 2016 wurden zu 434 Fällen Hinweise bei der WADA-Hotline eingegangen. Die WADA selbst kann jedoch nur etwa 20% davon behandeln, da ihr die nötigen finanziellen und personellen Ressourcen fehlen. Die Hinweise werden an Polizeibehörden, Sportverbände oder Nationale Anti-Doping-Organisationen weitergeleitet. Doch lediglich zwei Ermittler sind vorhanden, um nach zu verfolgen, zu welchen Ergebnissen sie führten. 4./5./7.1.2019:

nd: Günter Younger »Der Betrug stört sie einfach«

neues deutschland: WADA-Chefermittler Younger wünscht sich mehr Mitarbeiter, aber kein Zeugenschutzprogramm

sportsintegrityinitiative.com: WADA’s Intelligence & Investigations Department covering 20% of cases

 

 

Das WADA-Team, das unverrichteter Dinge aus Moskau zurück musste, erhält nun doch Zugang zu der Datenbank des Moskauer Labors. Die Sunday Times hatte zuerst davon berichtet. Dies wurde angeblich letzte Woche von Sportminister Pavel Kolobkov zugesichert. 6./7.1.2019:

The Sunday Times: Russia finally relents in doping stand-off

sid: Medien: Russland zu Übergabe von Labordaten bereit

WADA: WADA expert team to return to Moscow

 

Sollte die ungehinderte Übergabe der Daten tatsächlich erfolgen, wäre das für David Walsh der lang gewünschte Durchbruch für saubere Athlet*innen und die WADA, ungeachtet der vielen unwürdigen Hinhaltetaktiken im Vorfeld. Er gibt zu bedenken, dass Russland von vielen als das große Übel angesehen wird, aber der Westen/Großbritannien seine eigenen großen Skandale im Auge behalten sollte, die längst nicht alle aufgeklärt sind wie z.B. die Vorgänge rund um das Nike Oregon Project und rund um Team Sky und British Cycling, zu denen sich Anfang Februar Arzt Richard Freeman vor dem General Medical Council einer Anhörung stellen muss. 6.1.2019:

The Sunday Times: Justice looming for Russia after years of giving Wada the runaround

 

 

Nachdem die WADA-Kommission keinen Zugang zu den Daten im Moskauer Labor erhalten hat, werden die Forderungen der Kompromissbereitschaft der WADA und damit nach der erneuten Suspendierung der RUSADA laut. Das WADA-Exekutiv Komitee wird Mitte Januar darüber entscheiden. IOC-Präsident Bach sieht allerdings keinen Grund zum harten Handeln, Russland sei genug bestraft, daher werde das russische Olympische Komitee weiter zugelassen und damit auch die russischen Sportler*innen für die Olympischen Spiele 2020. 1./2./3./4./6./10.1.2019:

WADA: WADA update on extraction of Moscow Laboratory data and RUSADA compliance status

WADA: Statement from the WADA Athlete Committee on Russian Compliance situation

NADA: Statement from National Anti-Doping Organisations on Russia Compliance Deadline (Australia, Austria, Canada, Denmark, Finland, France, Germany, Ireland, Japan, Netherlands, New Zealand, Norway, Poland, Singapore, Sweden, and USA)

Sport Ireland: Sport Ireland Statement on Russia Compliance Deadline

UKAD: UKAD releases statement following Russia’s missed WADA deadline

BBC: Russian doping: Wada vice-president wants 'rapid' action after deadline missed

insidethegames.biz: WADA urged to "immediately" declare Russia non-compliant as global response to deadline miss continues

Samuelsson (athlet) / Taylor (WADA): Open Letter from Sebastian Samuelsson to the Chair of WADA Compliance Committee, Mr. Jonathan Taylor and answer

BBC: Russian doping: Head of key Wada panel defends waiting to decide on next action

insidethegames.biz: IOC Athletes' Commission call for WADA Compliance Review Committee to recommend immediate measures after missed RUSADA deadline

insidethegames.biz: Richard Pound: What's really going on?

sportsintegrityinitiative.com: Another point of view* from Doug MacQuarrie, Chair of iNADO

 

 

Neujahrsmitteilung an die WADA-Stakeholder von Reedie und Niggli. 5.1.2019:

WADA: New Year Message to Stakeholders from WADA President and Director General

 

 

Ex-Radsportler Christophe Bassons, vor allem bekannt wegen seiner klaren Anti-Doping-Haltung während seiner aktiven Zeit in der Armstrong-Ära und von diesem damals öffentlich gemobbt, ist seit einigen Jahren in Frankeich eingebunden in den Doping-Kontrollprozess und in die Prävention. 2012 wurde ihm nach einem Amateurrennen, an dem er teilnahm, vorgeworfen, er habe sich einer Dopingkontrolle entzogen und wurde für vom Französischen Radsportverband FFC für ein Jahr gesperrt. In der Revision wurde die Sperre auf einen Monat verkürzt. Bassons ging vor Gericht und verklagte den Verband, der ihn von allen Vorwürfen frei sprach und den Verband zu einer Geldstrafe verurteilte. Daraufhin ging der FFC in Berufung und verlor, der zu zahlende Geldbetrag an Bassons wurde noch erhöht. 4./7.1.2019:

sport365.fr: Cyclisme – Justice : Bassons obtient gain de cause face à la Fédération Française

Le Monde: Dopage : Christophe Bassons blanchi par l'AFLD, 2.5.2013

cyclingweekly.com: Anti-doping campaigner Christophe Bassons given compensation by French federation after ban

 

 

FairSport, eine unabhängige Organisation, die sich zur Aufgabe gemacht hat, Athletinnen und Athleten weltweit umfassend zu unterstützen, wenn sie gegen Korruption und Doping im Sport aussagen möchten, setzen sich für Linda Helleland in ihrem Wahlkampf zur WADA-Präsidentin ein. Neben juristischer, finanzieller Begleitung bietet FairSport auch Hilfe im Umgang mit den Medien und Hilfe bei der Lebensplanung an. Im Verein engagieren sich u.a. Claudia Böckel, Athletensprecherin, und Joseph de Pencier, iNADO-Mitbegründer. Helleland fordert seit Langem von der WADA ein konsequente Vorgehen gegen Russland und stellt sich offen gegen das Taktieren und Gemauschel der WADA-Spitze, insbesondere von Craig Reedie. 3.1.2019:

insidethegames.biz: FairSport give official backing to Helleland in race for WADA Presidency

 



Dezember 2018



taz, 31.12.2018:
Jan Ullrich steht ein langer, schwieriger Weg bevor. In der Zwischenzeit ist die Öffentlichkeit gefordert, wie Gunter Gebauer sagt, sich mit dem „äußersten Verständnis und der äußersten Nachsicht“, Jan Ullrich und allen anderen Athleten zuzuwenden, die mit einem Übergang in ein Leben nach dem Sport ringen. Dazu gehört auch, sich zu fragen, was alle, die in irgendeiner Form am Sport teilhaben, zu dieser Katastrophe beigetragen haben.
Die Medien und Fans, die, so Gebauer, zwischen „einem Voyeurismus des Sieges und einem Voyeurismus der Tragik“ changieren; die Politik und die Wirtschaft, die Siege und Medaillen fordern, sich aber vor ihrer Verantwortung gegenüber den Athleten drücken. Und die Moralisten, die Doping-„Sünder“ kriminalisieren, anstatt Doping als Teil des problematischen Gesamtkomplexes Leistungssport zu begreifen.
................................................

Wie meistern Leistungssportler*innen ihr Leben nach der Sportkarriere? Viele schaffen es nur schwer, sich beruflich und privat ein neues zufriedenstellendes Leben aufzubauen und scheitern in vielerlei Hinsicht. Ein bekanntes Phänomen, vielfach diskutiert, doch noch häufig werden die Betroffenen allein gelassen. Aber geht etwas schief, ist die mediale und damit öffentliche Aufmerksamkeit nicht weit. Insbesondere mit negativen Schlagzeilen wie Doping verknüpfte Personen müssen damit rechnen, unter besonderer Aufmerksamkeit zu stehen. 31.12.2018:

taz: Die Tragik des Jan Ullrich

 

 

Cheforganisator der Olympischen Sommerspiele in London 2012 Sebastian Coe verkündete lautstark, dies würden die saubersten Sommerspiele ever. Die Realität mit den vielen Nachtests zeichnen ein anderes Bild - wahrscheinlich gehören sie in die oberste Kategorie der schmutzigsten. Mittlerweile liegen 116 positive Nachweise vor. Schaut man darüber hinaus auf positive und zweifelhafte Fälle im Vorfeld und im Nachhinein der Spiele, wie die Mail on Sunday im Juli 2017, erscheinen 87 Namen von Finalist*innen der Spiele (von insgesamt 656 Finalteilnehmer/innen). Erweitert man den als verdächtig geltenden Hintergrund zusätzlich, z.B. um Zusammenarbeit mit zweifelhaften Trainern und um nicht wahrgenommene Tests (missed tests), erhöht sich diese Zahl auf 138. Somit bestehen neben den offiziell überführten 116 Sportler*innen weitere 215 Finalist*innen, die zu Zweifeln Anlass geben können. Dies hieße, dass ca. 30 % der Finalteilnehmer*innen gedopt gewesen sein könnten. 30.12.2018/8.1.2019:

spe15.com: Dopage : un record d’athlètes dopés aux JO de Londres ?

mailonsunday,co.uk: As athletics returns to London five years on from what was hailed a glorious Games... was 2012 in fact the dirtiest Olympics ever?, 29.7.2017

the guardian: London 2012’s 'clean' Games boast in ruins as failed doping tests pile up

 

 

Das CAS wird ab 2019 Anhörungen öffentlich übertragen, sofern eine der Parteien das beantragt. Dies ist eine Konsequenz aus den Urteilen des Europäische Menschenrechtsgerichtshofs in den Fällen Pechstein und Mutu. Eine neue Website des CAS wird die Videoübertragungen bereitstellen. 28.12.2018:

CAS/TAS: COMPOSITION OF THE INTERNATIONAL COUNCIL OF ARBITRATION FOR SPORT (ICAS) FOR THE PERIOD 1 JANUARY 2019–31 DECEMBER 2022

THE PERMANENT CASANTI-DOPING DIVISION READY TO OPERATE – REVISED CASRULES IN FORCE AS FROM 1 JANUARY 2019:

"As a consequence of the above-mentioned changes, the Code of Sports-related Arbitration has been amended and its new edition, published on the CAS website, www.tas-cas.org, will be applicable as from 1 January 2019. This new version also includes a provision regarding the possibility for CAS to hold public hearings, following the recent decision of the European Court of Human Rights (ECHR) in the cases Pechstein & Mutu v/ Switzerland."

sid: Folge des Pechstein-Urteils: CAS-Anhörungen können öffentlich abgehalten werden

 

 

China wird voraussichtlich in 2019 seine Anti-Doping-Gesetzgebung drastisch verschärfen. Danach wird Doping eine kriminelles Vergehen und kann mit Gefängnis bestraft werden. Damit möchte China auch der Welt zeigen, dass es den Anti-Doping-Kampf ernst nimmt. Angeblich unterstützt eine breite Öffentlichkeit dieses Vorgehen. (- Solche Strafverschärfungen in nicht demokratisch regierten Ländern sollten sicherlich unter Menschenrechtsgesichtspunkten kritisch begleitet werden. Man kann hiermit auch generell die Einführung staatlicher Anti-Doping-Gesetzgebungen hinterfragen.) 28.12.2018:

xinhuanet.com: (Sports Focus) China to reject doping-tainted medals, impose criminal penalties

insidethegames.biz: China to make doping a criminal offence and warns athletes who test positive could be sent to prison

 

 

Interview mit dem Münchner Doping-Schwerpunkt Staatsanwalt Kai Gräber: Vor drei Jahren wurde das deutsche Anti-Doping-Gesetz verabschiedet. Es sollte im Spitzensportbereich greifen. Doch davon bleibt zur Zeit nur Ernüchterung, viele damaligen Kritiker behalten recht. Die Aufklärungsquote ist genauso gering wie eh und je. Entweder es gibt tatsächlich nur wenige dopende Sportler/innen im deutschen Hochleistungssport oder das Anti-Doping-Kontrollsystem versagt und damit scheint auch das Gesetz in weiten Teilen sinnlos. Ob eine nachträgliche Enfügung einer Kronzeugenregelung in das Gesetz helfen könnte? Und wie die beklagte Abschottung der Sports, der Sportverbände aufgebrochen werden könnte, ist ebenfalls unklar. 27.12.2018:

SZ: "Der Sport will unter sich bleiben"

Hintergrund: Kritik am Doping-Kontrollsystem

>>> c4f: Dopingkontrollen - Interview mit Dopingkontrolleur Sven Laforce

 

 

Nun soll es Putin richten. 27.12.2018:

insidethegames.biz: RUSADA director general calls on Putin to help reach urgent resolution on Moscow Laboratory data access

spiegel.de: "Herr Präsident, schützen Sie unseren sauberen Sport"

 

 

Die fünfköpfige WADA-Delegation musste unverrichteter Dinge aus Moskau zurück fahren. Ihre technische Ausrüstung, mit der sie die Daten aus der Labordatenbank extrahieren wollte, müsse erst danach überprüft werden, ob sie russischem Recht genüge. In den Vorgesprächen war davon nie die Rede. Damit dürfte die Deadline 31.12.18 für die Überlassung der Daten überschritten werden. Jetzt müsste eigentlich eine erneute Suspendierung der russischen Anti-Doping-Agentur RUSADA folgen.

21./22./24.12.2018:

WADA: Update on WADA mission to extract Moscow Laboratory data

insidethegames.biz: Russia on verge of having suspension reimposed by WADA after they deny access to laboratory data

insidethegames.biz: Ganus warns blocking WADA inspection team from Moscow Laboratory could be "devastating" for Russian sport

insidethegames.biz: Russian Sports Minister says Moscow Laboratory is ready for another visit from WADA

 

 

Nach Nachtests von Urinproben der Olympischen Spiele 2012 wurden weitere 5 Gewichtheber wegen Dopings vorläufig suspendiert. Zudem gibt es 8 neue Fälle. 22./27.12.2018:

IWF: PUBLIC DISCLOSURE

spiegel.de: Nachtests überführen prominente Gewichtheber

insidethegames.biz: Olympic medallist Iovu facing lifetime ban as IWF announce eight more doping violations

Hintergrund IWF Dopingfälle

 

 

Putin leugnet nicht mehr, dass Russland ein großes Dopingproblem hat, doch staatlich gelenkt sei es nicht und nicht gewesen. 21.12.2018:

insidethegames.biz: Putin admits widespread doping did take place but again denies Russian state involvement

 

 

Vitaly Mutko ist als Präsident des Russischen Fußballverbandes zurück getreten. 19.12.2018:

insidethegames.biz: Mutko steps down as Russian Football Union President

 

 

Die IAAF aktualisierte ihre Richtlinien für die Anerkennung russischer Sportler*innen als 'neutrale Athleten'. Dieser Status erlaubt ihnen, trotz Suspendierung des russischen Leichtathletikverbandes international zu starten. 18.12.2018:

IAAF: IAAF Doping Review Board approves Guidance Note for 2019 neutral athlete status

 

 

Lautstark und engagiert fordern Athletinnen und Athleten, überwiegend aus Europa und den USA, in letzter Zeit Mitsprache in den Verbänden und Organisationen ein. Auch in Doping-Angelegenheiten wollen sie gehört werden. Doch am Beispiel der IBU zeigt sich, wie schwierig dieses Anliegen sich in der Praxis gestalten kann. Hier gelang es bislang nicht eine/n Vertreter/in für die externe Kommission zur Untersuchung der Vorwürfe gegen den Verband zu finden. Neben vielen logistischen Problemen sind sicherlich auch Abhängigkeiten mit der Furcht vor Repressalien hinderlich für Engagement. Zudem dürften die Beziehungen der Sportler*innen untereinander mangels klarer und wegen widersprüchlicher Haltungen das Leben miteinander erschweren. Die Gefahr isoliert zu werden, ist hoch. 18.12.2018:

sportschau.de: Kaum Druck auf Funktionäre

Biathlon-Skandal - nur Fourcade bläst zur Jagd

sportschau.de: Only Fourcade blows for hunting

 

 

Ergebnisse einer bislang unveröffentlichten Studie an der Deutschen Sporthochschule Köln wurden Mitte November im Rahmen einer Podiumsdiskussion vorgestellt. An der Studie beteiligten sich 627 Athletinnen und Athleten aus 43 Sportarten. Gefragt wurde u.a. nach Kenntnissen des NADA/WADA-Codes und nach eigenem Dopingverhalten und dem anderer. Es scheint alles im grünen Bereich: die Kenntnisse über das Reglement sind gut, die allgemeinen Maßnahmen der NADA finden Zustimmung und die Dopingrate ist nach eigenen Angaben der Athlet*innen gering, lediglich 3% der Befragten gaben an, verbotene Mittel zu nehmen. Das Misstrauen gegenüber deutschen Konkurrenten ist ebenfalls gering im Gegensatz zu der Einschätzung der internationalen Gegener*innen: diese könnten nach Ansicht von 76% der Studienteilnehmer*innen gedopt sein. Deutschland - eine fast dopingfreie Leistungssportinsel?

dshs-koeln.de: Neue Erkenntnisse in der Anti-Doping-Arbeit, 16.11.2018

Vielleicht interessant eine Umfrage aus den Jahren 1986/1987

>>> c4f: Umfrage unter Sportlerinnen und Sportlern 1986/1987, hier Thema Doping

 

 

Der Fall Froome mit den umstrittenen Analysen und Interpretationen seiner Salbutamol-Werte gibt weiterhin Anlass zu Diskussionen. Laut Mario Thevis, Köln, hätte mit einem zusätzlichen Bluttest, der Blutstropfenanalyse, schneller Klarheit erreicht werden können. Dieser Test bereits angewendet werden, doch von der WADA vorgeschrieben ist er noch nicht. 16.12.2018:

DLF: Wie man den Fall Froome hätte lösen können

 

 

Die WADA erlaubt das Einatmen von Sauerstoff, die FIS nicht. Nun droht WC-Sieger Stefan Luitz, oder gar der gesamten DSV-Mannschaft, die nachträgliche Disqualifikation vom Beaver Creek-Rennen, da der Teamleitung diese DSV-Regelung nicht bekannt gewesen sei und der Läufer daher vor dem Rennen entsprechend mit Sauerstoff versorgt worden war. Bekannt wurde dies aufgrund eines anonymen Hinweises. 7./10./14./15./28.12.2018:

skionline.ski: DSV-Läufern droht nachträgliche Disqualifikation

SZ: Der Fall Luitz darf nicht bagatellisiert werden

spiegel.de: Saurer Stoff

spiegel.de: Ski-Weltverband will Luitz Sensationssieg aberkennen

sportschau.de: Deutscher Alpinchef will FIS-Disqualifikation nicht hinnehmen

DLF: Fall Luitz„Viele Leute haben geschlafen“

DLF: Luitz wehrt sich gegen Disqualifizierung nach Weltcup-Sieg

 

 

Vom Coca-Wein zu Coca Cola: In den 1860er Jahren hatte der in Paris lebende korsische Pharmazeut Angelo Mariani eine Idee, die sich auszahlen sollte: Er kreierte den Wein Mariani, einen Bordeaux-Wein mit der Beigabe von Coka-Extrakten, die Kokain enthielten, den er überaus erfolgreich vermarkten konnte. Es gab zwar schon andere ähnliche Produkte, doch dieser Wein hatte wohl den Vorteil, dass er ab 1874 vor allem über Apotheken vertrieben wurde und damit schnell den Ruf, gesund zu sein, hatte. Die Coca-Pflanzen zog Mariani selbst heran. Der Wein wurde schnell in vielen Sportlerkreisen beliebt, insbesondere unter Radsportlern, als die Ausdauer förderndes Mittel, das die Müdigkeit während der langen Rennen unterdrücken konnte. Grandiose Siege sollen damit eingefahren worden sein. Aus diesen Gründen wurde der Wein auch in anderen, auch hochgestellten gesellschaftlichen Kreisen überaus geschätzt. Veröffentlichungen entsprechender Dankesschreiben erwiesen sich als erfolgreiche Vermarktungsstrategie. Niederlassungen in New York, Montréal und London folgten. Die Prohibition in den USA führte dazu, dass gegen Ende der 1880er Jahre ein neues Produkt ohne Alkohol - Coca-Cola - von John Pemberton entwickelt wurde. 1910 wurde dann in Frankreich Kokain verboten und damit verschwand der Wein Mariani vom Markt aber nicht das Kokain. In letzter Jahren wird versucht den Wein Mariani und andere Produkte auf Cokablätter -Basis ohne Kokain erneut auf den Markt zu bringen. 15.12.2018:

Libération: Dopage : quand les sportifs vantaient les mérites d'un vin aux feuilles de coca

le Figaro: Un autodidacte corse remet au goût du jour ce tonique à l'alcool de cocaïer qui connut un succès énorme il y a un siècle. Histoire d'une réinvention., 28.2.2017

 

 

Das deutsche Anti-Doping-Gesetz wurde mit viel Getöse und Diskussionen verabschiedet, doch bis heute zeigt es wenig Resultate. Staatsanwaltschaften, auch Schwerpunktstaatsanwaltschaften, ermitteln meist nur im Hobby- und Freizeitsport. Dabei wird jedoch deutlich, dass Doping, Dopingmittelherstellung und -vertrieb weit verbreitet sind, aber die eigentliche Zielgruppe des Gesetzes, der nationale und internationale Leistungssport, weiterhin ein versiegeltes Terrain bleibt. 14.12.2018:

merkur.de: In der Doping-Hexenküche

Hintergrund >>>> c4f: deutsche Anti-Doping-Gesetzgebung

 

 

Am Vorabend des Biathlon-Weltcups in Hochfilzen informierte die österreichische Polizei die russische Mannschaft darüber, dass gegen sie ermittelt werde. Eine Razzia fand nicht statt. Gegen fünf Betreuer und fünf Sportler liegen Verdachtsmomente zu schwerem Betrug im Zusammenhang mit Doping während des WC in Hochfilzen 2017 vor. 13./17.12.2018:

sportschau.de: Russische Biathleten in Not

sportschau.de: “I would be ashamed“

insidethegames.biz: Russian Ambassador to Austria says no evidence of doping by Russian biathletes as IBU confirm no action "at this time"

insidethegames.biz: External Review Commission claim "important evidence" in Austrian criminal file after delivering interim report to IBU

 

 

Am 11./12.12.2018 findet eine Überprüfung in Moskau durch eine WADA-Experten-Gruppe hinsichtlich der Compliance-Ansprüchen der WADA statt. Der Besuch ist Teil des umfassenderen Audits der RUSADA, dessen Ergebnisse darüber entscheiden wird, ob die RUSADA, und damit Russland, wieder voll zugelassen werden. Noch ungeklärt ist, ob die WADA tatsächlich den zugesagten vollen Zugriff auf die Datenbank des Moskauer Anti-Doping-Labors erhalten wird. Deadline für die Aufhebung der provisorischen Zulassung Russlands ist der 31.12.2018. Die Alternativen sind volle Wiederzulassung oder Suspendierung unter verschärften Bedingungen. 11.12.2018:

insidethegames.biz: WADA begins audit of Russian Anti-Doping Agency as key deadline looms

 

 

Die nigerianische Anti-Doping-Agentur wurde von de WADA als non-compliant eingestuft. 11.12.2018:

WADA: Nigerian National Anti-Doping Committee declared non-compliant with World Anti-Doping Code

 

 

Die Dopingverfehlungen und Korruptionsverflechtungen im internationalen Biathlonverband IBU unter dem alten Präsidium, auch hinsichtlich der Causa Russland, scheinen höchst vielfältig und sehr ausgeklügelt und daher nur mit hohem Aufwand aufzuklären bzw. zu entwirren. 4./6./7./11.12.2018:

sportschau.de: Wie die Biathlon-Bosse die Russen geschützt haben sollen

sportschau.de: Das dunkle Erbe

sportschau.de: The dark heritage

SZ: Wenn der Verbandssprecher im Nebenjob einen Callgirl-Betrieb unterhält

sportschau.de: Der Prominenten Liebling

sportschau.de: Wie die Hauptbeschuldigten ihre Verteidigungsstrategie anlegen. Biathlon-Skandal - Fachleute für weiße Kragen

sportshau.de: White collar specialists

 

 

Spieler, Anti-Doping-Beauftragte und Clubs der Fußballvereine 1. FC Kaiserslautern und Würzburger Kickers wurden vom Sportgericht des DFB wegen Verstößen gegen das Dopingreglement zu Geldstrafen verurteilt. Spieler beider Clubs hatten sich jeweils nach einem Spiel vor einer Dopingkontrolle der Chaperonbegleitung entzogen indem sie sich in die Teamkabinen verzogen und einige Zeit ohne Aufsicht waren. 11.12.2018:

DFB, Geldstrafen für Würzburg, zwei Spieler, Trainer und Beauftragten

DFB: Geldstrafen für Würzburg, zwei Spieler, Trainer und Beauftragten

 

 

Die dritte Phase der Überarbeitung des WADA-Codes für die Inkrafttretung 2021 ist angebrochen. Alle Stakeholder sind zur Mitarbeit aufgerufen. 10.12.2018:

WADA: WADA launches third phase of 2021 Code Review Process and second phase for International Standards

 

 

Der Verein Doping Opfer Hilfe DOH hat einen neuen Vorsitzenden, Gründungsmitglied Sportrechtsanwalt Michael Lehner. 6./7./8.12.2018:

spiegel.de: Ines Geipel verlässt DOH Konflikte mit der Chefin

SZ: Dopingopfer gegen Dopingopfer

FAZ: Doping-Opfer-Hilfe-Kommentar: Schlucken und Sterben

zeit.de: Geipels Vermächtnis

DLF: Doping-Opfer-Hilfe e.V.„Die dunkle Seite des Sports beleuchten“

 

 

WADA-Chefermittler Günter Younger zeigt sich recht optimistisch was den versprochenen Zugang zu den Daten des Moskauer Anti-Doping-Labors anbelangt. Zumindest hätten sie sich selbst genauestens vorbereitet.

Andere sind nicht so optimistisch und erwarten Datenmanipulationen. 7./8.12.2018:

sportschau.de: Die Fahndung läuft

DLF: Gespanntes Warten auf die Daten

DLF: Doping-Opfer-Hilfe e.V.„Die dunkle Seite des Sports beleuchten“

 

 

Mit einem neu entwickelten Algorithmus an der französischen Universität Nice-Sophia Antipolis, einem Modell der individuellen Leistungsentwicklungen, soll versucht werden, Dopingverhalten so zweifelsfrei wie möglich sichtbar zu machen. Gedacht ist dies vor allem als kostengünstige Ergänzung des Biologischen Passes, der teuer ist und damit nur eingeschränkt und kaum flächendeckend zur Anwendung kommt. Die IAAF ist Kooperationspartner und testet bereits. 5.12.2018:

lejournal.cnrs.fr: Des algorithmes pour dépister le dopage

 

 

Letzten Monat urteilte ein Moskauer Gericht, dass das CAS-Urteil zu Bobpilot Alexander Zubkov, in Russland nicht gelte. Nun legte das Russische Olympische Komitee ROC Einspruch gegen dieses Urteil ein. Das CAS hatte den Doping-Verdacht gegen Zubkov bestätigt, ihn als Teilnehmer der OS in Sotchi suspendiert und ihm die Medaillen aberkannt. Er war Anfang 2018 zum Präsidenten des russischen Bobverbands gewählt worden. 6.12.2018:

insidethegames.biz: Russian Olympic Committee to appeal Moscow court ruling on Zubkov doping disqualification

 

 

Edwin Moses, erfolgreicher US-amerikanischer Hürdenläufer in den 1970 und 80er Jahren, gilt als glaubwürdiger Anti-Doping-Kämpfer. Doping während seiner aktiven Zeit - Hochanabolikadopingzeit - konnte ihm nicht nachgewiesen werden. Heute ist er Vorsitzender der amerikanischen Antidopingagentur und bei der Weltantidopingagentur verantwortlich für Prävention und Ausbildung. Im Interview spricht er über seine Karriere und Motivation. Er fordert dazu auf, sich laut und deutlich zu melden, wenn der Verdacht besteht oder erkennbar ist, dass etwas schief läuft. 5.12.2018:

Luzerner Zeitung: Interview Leichtathletikolympiasieger «Ed» Moses: «Doping – nicht nur ein russisches Problem»

 

 

Mikrodosierungen von Dopingmitteln sind schwer nachweisbar und sollen weit verbreitet sein. Eine dänische Studie soll nun nachgewiesen haben, dass Bluttransfusionen mit geringen Blutmengen bis zu 4,7% Leistungssteigerungen bei Radsportlern erbringen können. Untersucht wurde dies bei gut trainierten Männer im Alter von 29 Jahren. 5.12.2018:

sport.tv.dk: 'Chokerende' dansk forskning: Lille mængde bloddoping kan give stor forbedring

 

 

Eine kurze Übersicht zu Doping im Fußball. 5.12.2018:

goal.com: Doping in football: What is it, why do players do it & famous allegations

 

 

Ein umfassend angelegtes Projekt unter Federführung von Play the Game, unterstützt mit Geldern des europäische Eurasmus+-Programms, soll Kriterien entwickeln, die Voraussetzung sein sollten für eine glaubwürdige und gute Arbeit der Anti-Doping-Gemeinschaft und - organisationen (good governance). 5.12.2018:

Play the Game: Play the Game receives EU support for project to strengthen anti-doping governance

 

 

Nach dem offenen Streit um Personen und Arbeit des Vereins Doping Opfer Hilfe wird die bisherige Vorsitzende Ines Geipel zurück treten. 4.12.2018:

sportschau.de: Doping-Opfer-Hilfe - Ines Geipel tritt zurück

Hintergrund Zweites Gesetz über eine finanzielle Hilfe für Dopingopfer der DDR (Zweites Dopingopfer-Hilfegesetz)

Deutscher Bundestag, Kleine Anfrage ÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Mögliche Regelungslücken beim Zweiten Dopingopfer-Hilfegesetz , 24.9.2018

 

 

Eine kleine Chronik der Causa Russland. 4.12.2018:

NZZ: Russlands Staatsdoping: die Chronik eines Skandals

 

 

Die IAAF hält die Suspendierung des Russischen Leichtathletikverbandes RUSAF aufrecht, da noch nicht alle Bedingungen erfüllt seien. 4.12.2018:

IAAF: Russian Federation (RusAF) reinstatement status

sportschau.de: Russlands Leichtathleten bleiben suspendiert

insidethegames.bz: IAAF extend ban on Russia into 2019 until data from Moscow Laboratory received

 

 

Welche Rolle spielte und spielt WADA-Präsident Craig Reedie in der Causa Russland? Es gibt ernst zu nehmende Hinweise, dass er von Anfang an nur widerstrebend und unter Druck gegen Russland ermitteln wollte. Auch heute noch hat es den Anschein, als hätte er kein Interesse an vollständiger Aufklärung und Durchsetzung der Auflagen und Reformen. 2.12.2018:

sportschau.de: WADA-Präsident Reedie: Seine zwielichtige Rolle im Russland-Skandal

sportschau.de: WADA-president Reedie plays sketchy role in Russia scandal

sportschau.de: Vollständige E-Mail von Reedie an Zhelanova

 

 

Recherchen der ARD-Dopingredaktion zeigen, dass im Riesenland Russland die versprochenen Reformen und teils schon länger bestehende Gesetze kaum umgesetzt werden. Problembewusstsein scheint kaum vorhanden. Und wenn Schuldige gesucht werden, sind es die Whistleblower wie Yulia und Vitali Stepanov und Rodchenko. 2.12.2018:

sportschau.de: Russland erfüllt eigene Anti-Doping-Verpflichtungen nicht

daserste.de: Video: Geheimsache Doping: Verräter – Die Folgen des Falls Russland

 



November 2018

Die internationale Biathlon Union suspendierte vorübergehend vier russische Biathleten, die positive Proben zwischen 2012 und 2015 ablieferten. Quelle sind u.a. Daten aus dem Information Management System (LIMS) des Moskauer Anti-Doping-Labors, die der WADA vorliegen. Die LIMS-Daten wurden nur teilweise übergeben, gegenwärtig laufen Verhandlungen um die vollständige Weitergabe an die WADA, dovon hängt ab, ob die vorläufige Aufhebung der RUSADA-Suspendierung dauerhaft aufgehoben wird. 30.11.2018:

IBU: International Biathlon Union Charges Four Russian Athletes

insidethegames.biz: International Biathlon Union files cases against four Russians with Anti-Doping Hearing Panel

 

 

Nach Gesprächen einer WADA-Delegation in Russland, u.a. mit dem russischen Sportminister, über den freien Zugang zu den Datenbanken im russischen Anti-Doping-Labor, sind noch einige Fragen offen. Der ungehinderte Zugang war für die WADA Voraussetzung für die vorübergehende Wiederzulassung des Moskauer Anti-Doping-Labors. Skeptiker befürchten, dass in der Zwischenzeit wichtige Daten vernichtet wurden und werden. 28./29.11.2018:

WADA: WADA meets with Russian authorities regarding Moscow Laboratory access

insidethegamesbiz: WADA admit issues still unresolved after experts visit Moscow to discuss access to Laboratory

 

 

Das spanische Professional Continental Team Burgos-BH hatte innerhalb eines Jahres drei positive Dopingfälle. Die UCI kann bereits bei zwei Fällen dem Team eine Wettkampfsperre von einigen Wochen aufdrücken, eine Entscheidung steht noch aus. Burgos-BH, Mitglied der Vereinigung MPCC, hat nun angekündigt, sich freiwillig für drei Wochen im Januar und Februar zu suspendieren. Die UCI kann maximal für 45 Tage sperren. 29.11.2018:

cyclingweekly.com: Spanish team Burgos-BH voluntarily suspends racing after string of doping offences

Hintergrund: UCI Anti Doping Rules PART 14 ANTI-DOPING RULES

 

 

Der positive Kokainbefund bei dem peruanischen Nationalspieler Paolo Guerrero löste einen langen juristischen Instanzengang aus. U.a. mit dem Ergebnis, dass das Schweizer Bundesgericht dem Spieler erlaubte, die vom CAS festgesetzte Sperre von 14 Monaten zu unterbrechen, um an der WM teilnehmen zu können. Anschließend musste er dann die Sperre zu Ende aussitzen. Eine Entscheidung, die es bis dato so noch nie gab. Daraufhin gab es weitere Versuche vor dem Bundesgericht, die CAS-Sperre infrage zu stellen. Damit scheiterte jetzt die FIFA, eine Klage aus Peru ist noch anhängig.

Dieser Fall zeigt erneut auf, wie auch in sportrechtlichen Angelegenheiten mit finanzstarkem Hintergrund Entscheidungswege erweitert und beeinflusst werden. 29.11.2018:

sportsintegrityinitiative.com: Swiss Federal Tribunal rules FIFA appeal in Guerrero case is inadmissible

 

 

Zwei Spieler des zyprischen Fußballclubs Alki erstatteten Anzeige wegen der Verabreichung unbekannter Substanzen mittels intravenöser Injektionen, die ihnen Herzprobleme verursacht haben sollen. Zwei weitere Spieler anderer Clubs könnten ebenfalls betroffen sein. Einer erstattete ebenfalls Anzeige. Der zyprische Justizminister fordert eine umfangreiche Untersuchung. 6./29.11.2018:

cyprus-mail.com: Minister says doping allegations must be investigated, as fourth player ill

fifpro.org: Statement: Player health in Cyprus

cycprus-mail.com: International footballers’ organisation wants probe into ‘doping’

 

 

Hat der DOSB unter der Präsidentschaft Thomas Bachs, Gelder, die ursprünglich dem Anti-Doping.Kampf zukommen sollten, statt dessen in eine Stiftung gesteckt, die völlig anderen Zwecken diente? Die Gelder stammten aus dem dem DFB und der DFL zustehenden Anteil aus der Fußball WM 2006, Theo Zwanziger hatte vorgeschlagen, einiges davon an andere Sportverbände weiter zu geben. Bach hatte dankend angenommen und angekündigt, dem DOSB sei Anti-Doping wichtig, daher sollten die Gelder in entsprechende Projekte fließen. 28.11.2018:

SZ: Vorbei am Anti-Doping-Kampf

 

 

Zusammenstellung vorhandener Whistleblower-Platformen, deren Bedienung und Angebote. Eine Bewertung soll in einem späteren Untersuchungsschritt erfolgern. Juli 2018

WADA: Global Whistleblowing Landscape for Reporting Doping in Sport

 

 

Wird es bald einen sicheren Gendopingtest geben? 27.11.2018:

rug.nl: Suspicious genes, fast legs

 

 

Zusammenfassung des UEFA Anti-Doping-Symposiums in London. Lesenswert. 23./27.11.2018:

sportsintegrityinitiative.com: Anti-doping at governance and regulatory crossroads, day one

sportsintegrityinitiative.com: World Anti-Doping Code needs adapting for team sports, day two

 

 

Die Präsidentin des lettischen Leichtathletikverbandes Ineta Radevica trat zurück, da Dopingnachtests der OS 2012 positive Ergebnisse brachten. Der Weitspringerin war 2017 nachträglich die Silbermedaille der WM in Daegu 2011 überreicht worden, nachdem eine Russin des Dopings überführt worden war. 26.11.2018:

insidethegames.biz: Latvian Athletics Association President fails doping test in London 2012 retests

 

 

Ein Jahr vor der Wahl des nächsten WADA-Präsidenten ist der Kampf um die richtige, sprich den verschiedenen Interessengruppen genehme Nachfolge heftig entbrannt. 26.11.2018:

insidethegames.biz: Liam Morgan: Bitter campaign for WADA President underway as candidates battle for public authorities nomination

 

 

Ein ehemaliger langjähriger Dopingkontrolleur erhob schwere Vorwürfe gegen eine seiner Meinung nach mangelhafte Dopingkontrollpraxis, insbesondere im Fußball. Er unterstellt Manipulationen, wie nicht Melden von Verstößen und absehbare Kontrollen. 21./22./24.11.2018:

FAZ: „Doping-Kontrollen sind erwartbar und damit nutzlos“

sid: Doping-Kontrollsystem: Aussteiger prangert Missstände an

NADA: NADA-Faktencheck zum FAZ-Artikel

Aussagen des ehemaligen Doping-Kontrolleurs schlagen Wellen

DLF: „Dass wir keinen Dopingfall wollen, ist absurd“

 

 

Die FIFA-Ethikkommission verhandelte monatelang mit Richard McLaren wegen der Untersuchung möglicher Dopingstrukturen im russischer Fußball und signalisiierte ihm den Abschluss eines entsprechenden Vertrags. Intern war jedoch nie beabsichtigt, entsprechende Untersuchungen durchzuführen zu lassen, weder mit McLaren noch mit anderen Außenstehenden. (Quelle Football Leaks) 23.11.2018:

spiegel.de: Fifa verhinderte Einsatz von Doping-Sonderermittler McLaren vor der WM in Russland

spiegel.de: FIFA's Foot-Dragging in an Investigation in Russia

 

 

Der Kapitän von Real Madrid Sergio Ramos soll sich im April 2018 den Anweissungen eines Dopingkotrolleurs widersetzt haben, eine Untersuchung des Vorfalls mit möglicher Sanktion fand nicht statt. (Quelle Football Leaks) Bereits im Juni 2017 gab es Wirbel um Ramos. Die Probe einer Wettkampfkontrolle wies Dexamethason auf. Ein Teamarzt half den Fall nieder zu schlagen. 23./24.11.2018:

spiegel.de: Real-Madrid-Star Sergio Ramos widersetzte sich bei Dopingtest

spiegel.de: Ramos, Ronaldo and the Controllers

BBC: Real Madrid captain Sergio Ramos 'did not breach anti-doping rules' after Champions League final

spiegel.de: Hier spricht der Kapitän

yahoo: Spanish anti-doping agency responds to Ramos reports

 

 

Es wird immer offensichtlicher, dass Vitaly Mutko trotz seines lebenslangen Bans von Olympischen Spielen der einflussreichste russsische Fußballfunktionär ist und bleibt mit Billigung der UEFA und der FIFA. 23.11.2018:

insidethegames.biz: Mutko return as President of Russian Football Union confirmed after attendance at meeting to endorse Infantino re-election

 

 

Ein Moskauer Gericht urteilte, dass der russische Ex-Bobpilot Alexander Subkow seine olympischen Goldmedaillen von den OS in Sotchi behalten kann, da CAS-Urteile in Russland keine Gültigkeit hätten. Dem Athleten waren vom IOC die Siege aberkannt worden, da es begründeten Verdacht gab, dass er in das russische Betrugssystem eingebunden war. Das CAS bestätigte weitgehend dieses Urteil. Subkow ist mittlerweile Prädident des russichen Bobverbandes. 22.11.2018:

insidethegames.biz: Moscow court refuses to recognise CAS ruling on bobsledder Zubkov's Sochi 2014 disqualification

dpa: Moskauer Gericht hebelt Urteil gegen Bob-Olympiasieger aus

 

 

Während des letztjährigen Biathlon-Weltcups in Hochfilzen würde die Polizei mittels einer Razzia beim kasachischen Biathlonteam fündig. Nach Ermittlungen der italienischen und österreichsichen Justiz wurden nun 9 von 10 Teamteilnehmer*innen von der IBU vorläufig suspendiert. Teamarzt Khossilbek Tagayev war bereits im März suspendiert worden. 22.11.2018:

IBU: International Biathlon Union Provisionally Suspends Nine Kazakh Biathletes

insidethegames.biz: IBU provisionally suspends nine Kazakhstan athletes linked to criminal doping investigations

 

 

Eine britische Anti-Drogen-Hilfsorganisation bietet Dropgenabhänigen kostenlose Einwegspritzen an, um damit Krankeitsübertragungen wie Hebatitis und HIV zu verhindern. Eine Untersuchung erbrachte, dass ein Drittel der eingetauschten Spritzen für leistungssteigernde und körperbildformende Sustanzen, voer allem Anabolika, eingesetzt werden. 21.11.2018:

UKAD: Thousands of steroid users facing HIV risk

 

 

Ex-Boxer Felix Sturm wurde im Februar 2016 des Dopings überführt aber nie sanktioniert. Er gab damals seinen Titel zurück und beendete seine Karriere. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Köln Klage gegen ihn erhoben wegen Selbstdoping, Teilnahme an einem Wettkampf unter Selbstdoping und gefährliche Körperverletzung nach dem Anti-Doping-Gesetz. 21.11.2018:

spiegel.de: Sturm wegen Dopings und Körperverletzung angeklagt

 

 

Die World Players Assiciation, eine weltweite Vereinigung von Profispielern verschiedenster Ligen, erneuerte ihre Krtitik an der WADA und fordert Reformen. Insbesondere prangert sie fehlende Unabhängifkeit, ihre Unfähigkeit, ausgeklügelte Dopingsysteme zu verhindern und aufzudecken und ein ungerechtes Sanktionierungssystem, das weltweit unzählige Sportlerkarrieren und Existenzen zerstören würde, an. 19.11.2018:

uniglobalunion.org: World Players reiterates call for fundamental WADA reform

 

 

Der ehemalige Chefermitter der WADA Jack Robertson übt heftige Kritik an der WADA. Sie käme ihrer Aufgabe, den sauberen Sport zu schützen, nicht mehr nach. Z.B. sei nicht Transparenz im Umgang mit der Causa Russland angesagt gewesen, sondern erst einmal Vertuschen und interne Lösungsversuche bzw. Mauscheleien im Einklang mit der russischen Seite und des IOC. Er selbst habe kaum Unterstützung bei seinen Untersuchungen nach der ersten ARD-Doku erhalten, vielmehr müsse er diese in Eigenverantwortung durchführen. Eine ungute Rolle hätte hierbei WADA-Präsident Craig Reedie gespielt. Der Schutz der Athlet*innen sei von der WADA nicht gewährleistet, daher fordert er diese auf, weiterhin Druck zu machen. 14./17./18.11.2018:

itv.com: Reinstating Russia to global sporting stage a betrayal of clean athletes, says WADA's ex-lead investigator

sportsintegrtyinitiative.com: Statement from Jack Robertson, WADA’s former Chief Investigator

BBC: Jack Robertson 'carefully chose' words in Wada 'betrayal' accusation

insidethegames.biz: Former WADA chief investigator stands by claims that organisation "fatally failed"

 

 

Hajo Seppelt sprach im Rahmen der Reihe „Forum W“ der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages und diskutierte mit den Anwesenden. Zusammenfassung und Gespräch zum Download (1:45:17). 19.11.2018:

Video: Hajo Seppelt: Alle stecken in der Doping-Falle

bundestag.de: Hajo Seppelt: Alle stecken in der Doping-Falle

 

 

Ein seit Längerem schwelender Streit um Definition und Anerkennung von Dopingopfern ist offen ausgebrochen. Im Zentrum steht der Verein Doping-Opfer-Hilfe, dem mit seiner Vorsitzenden Ines Geipel vorgeworfen wird, unlauter mit der Dopingopferhilfeproblematik und der Entschädigungspraxis umzugehen. Werner Franke, Gerhard Treutlein, Henner Misersky und Claudia Lepping richteten eine Brief an den Sportausschuss des Deutschen Bundestages mit der Forderung nach einer Änderung des Dopingopferhilfe-Gesetzes. Diese Kritiker gehören zu den bekanntesten deutschen Anti-Doping-Akteuren und waren teils über Jahrzehnte im DOH aktiv. Gespräche zwischen den zerstrittenen Parteien scheinen unmöglich geworden, statt dessen wird die Auseinanderstezung, z. T. indirekt über verschiedene Medien ausgetragen. 14./15./16./18./22./25.11.2018:

Brief an den Sportausschuss des Deutschen Bundestages

spiegel.de: DDR-Doper sollen keine Entschädigung mehr erhalten

FAZ: Der Furor des alten Kämpfers

SZ: Wann ist ein Opfer ein Opfer?

Treutlein: Presseerklärung, 18.11.2018

ran.de: Streit um Doping-Opfer-Hilfeverein geht weiter

DLF: Kritik am Dopingopferhilfegesetz

tagesspiegel.de: Claudia Lepping: "Das ist Einladung zum Betrug"

DLF: Wenn ein Staat das Leben seiner Sportler auf Spiel setzt

 

 

Kenia steht von der Athletics Integrity Unit der IAAF zusammen mit Bahreïn, Äthiopien, Ukraine und Weißrussland unter besonderer Beobachtung. Doch trotz vielfältiger Bemühungen seitens der kenianischen Antidoping-Agentur ADAK und der Regierung bleibt die Situation im Land schwierig und komplex. Kenia hat weltweit die höchste Zahl an Läufer*innen, Tausende, die mit diesem Sport ihren Lebensunterhalt verdienen. Das Angebot an entsprechenden gut dotiertem Wettbewerben ist rund um den Globus, wie z. B. in China, sehr hoch. Um zu gewinnen, müssen Teilnehmer*innen dabei nicht zu den besten gehören. Um die Lauf- und Trainingszentren haben sich Dopingnetzwerke etabliert, über die schnell und einfach Dopingmittel wie EPO und Nandrolon erworben werden und die sich in alle Verbandsstrukturen, unten wie oben, erstrecken können. Um Änderungen herbei zu führen, bedarf es daher besonders umfassende Maßnahmen, die nur schwer aufzubauen sind. 17./30.11.2018:

Le Monde: Produits en vente libre et argent facile : au Kenya, l’insoluble problème du dopage des athlètes

kahawatungu.com: How Lack Of Tech Skills Costs Kenyan Athletes Doping Violations

 

 

Das Hin und Her um Möglichkeiten, Namen von Sportler*innen veröffentlichen zu können, deren Blut im Rahmen der Operacion puerto sicher gestellt wurde, geht weiter. Erneut hat ein spanisches Gericht die Veröffentlichung verboten. Es konnten auch nur 7 Personen sicher identifiziert werden. Die WADA sieht kaum noch Möglichkeiten für weitere juristische Einsprüche. 16.11.2018:

cyclingnews: WADA have seven Operacion Puerto names, but the world might never know them

El Pais: La AMA solo identifica a siete de los 27 deportistas de la Operación Puerto

Im Oktober 2018 erhielt allerdings das CONI testbare Proben bevor in Spanien die Blutbeutel nach 10 Jahren Aufbewahrungsfrist vernichtet wurden. Ob sich daraus noch Möglichkeiten der Zuordnung und Veröffentlichung ergeben, bleibt unklar. 12.10.22018:

cyclingnews: Spanish court authorises release of Operacion Puerto blood bags to Italian Olympic Committee

 

 

Das WADA-Athleten-Komitee veröffentlichte einen nachdrücklichen Appell an Sportverantwortliche und die Öffentlichkeit, ihren Kampf für mehr Einfluss und Berücksichtigung ihrer Anliegen zu unterstützen. Eine Arbeitsgruppe soll Möglichkeiten finden und aufzeigen, wie Athlet*innen weltweit in Gremien besser vertreten sein und damit mehr Mitsprache erhalten könnten. 16.11.2018:

insidethegames.biz: WADA Athlete Committee members urge sport and public authorities to support calls for increased representation

 

 

Das Foundation Board der WADA beschloss einen Großteil der Reformvorschläge der WADA Governance Working Group, die von dem Executive Committee akzeptiert wurden. Es geht dabei vor allem um die Governance-Strukturen. Insbessondere soll in Zukunft Unabhängigkeit groß geschrieben werden, z.B. soll die Unabhängigkeit des Präsidenten/der Präsidentin und ihrer Vize gewährleitet werden. Athleten und NADO sollen in den Gremien verstärkt vertreten sein. 15.11.2018:

WADA: WADA Foundation Board approves wide-ranging governance reform

insidethegames.biz: Executive Committee expansion and installing independent President among governance reforms approved by WADA

 

 

Eine neue Organisation, die Japan Sports Fairness Organization, soll ab 2019 dafür sorgen, dass die nationalen Anti-Doping-Maßnahmen über alle Sportarten hinweg den Anforderungen des WADA-Codes entsprechen und um für die OS 2020 fit zu sein. Gegenwärtig gibt es noch etliche Defizite besonders hinsichtlich der Kontrollorganisation und -praxis. 14./15.11.2018:

mainichi.jp: Anti-doping body to be established in Japan ahead of 2020 Olympics

swimswam: Japan Raises Anti-Doping Bar With New Organization

 

 

Die IBU präsentierte dem russischen Biathlonverband 12 Kriterien/Aufgaben, die bearbeitet und gelöst sein müssen, um wieder in den Kreis der IBU aufgenommen zu werden. Eine Arbeitsgruppe bestehend aus Mitgliedern der IBU, der RBU und der RUSADA und wird alle zwei Monate den Fortschritt überprüfen. 14./15.11.2018:

insidethegames.biz: IBU to present Russian Biathlon Union reinstatement criteria at meeting in Moscow

insidethegames.biz: Access to Moscow Laboratory and increased testing among Russian Biathlon Union reinstatement criteria outlined by IBU

 

 

Marcos Diaz, ehemaliger Marathonschwimmer von der Dominikanische Republik, könnte sich neben Linda Helleland und Witold Barka für den Posten des nächsten WADA-Präsidenten zur Wahl stellen. 15.11.2018:

insidethegames.biz: Exclusive: Diaz emerges as potential third candidate for World Anti-Doping Agency President

 

 

Am 28.11. wird eine WADA-Delegation dem russischen Anti-Doping-Labor einen Besuch abstatten und versuchen, an die versprochenen Datenbanke-Inhalte zu kommen. Reedie verspach derweil, dass der WADA ein hundertprozentig sicherer Zugriff gewährleistet sein wird. 15.11.2018:

WADA: WADA Foundation Board approves wide-ranging governance reform

insidethegames.biz: WADA President provides "100 per cent" guarantee on access to Moscow Laboratory as inspection date set

 

 

Die nigerianische Anti-Doping-Agentur wurde wegen struktureller Defizite beim Testen vorläufig suspendiert. Die Suspendierung des kolumbianischen Testlabors in Bogota wurde verlängert. 15.11.2018:

insidethegames.biz: Nigeria declared non-compliant by WADA as Bogota Laboratory accreditation revoked

 

 

Am 4.12.2018 wird möglicherweise darüber entschieden, ob der Russische Leichtathletikverband wieder zugelassen wird. 8./10./13.10.2018:

insidethegames.biz: IAAF Taskforce and Russian Athletics Federation hold talks in Rome before Council meeting in December

AFP: 'Probably December': Coe ready for IAAF to rule on Russia return

sportsintegrtiyinitiative.com: Financial debt main stumbling block for RusAF reinstatement

 

 

Governance-Themen wie Transparenz, demokratische Prozesse, interne Verantwortungs- und Kontrollstrukturen sowie die Übernahme sozialer Verantwortung sind nach einer Untersuchung von Play the Game in Sportverbänden einiger europäischer Länder nur unzureichend bearbeitet und positiv umgesetzt. Diese Themen sind auf allen Ebenen des Weltverbandsports von Bedeutung und deren Nichtbeachtung dient auch häufig als Begründung für die vielen Defizite, Fehlschläge und Probleme auf höchsten Sportebenen, wie z.B. bei und zwischen IOC und WADA. 12.11.2018:

playthegame.org: New study reveals big gaps in governance across sports in Europe

 

 

Wann ist jemand ein Opfer? Lassen sich Dopingopfer definieren und von anderen Sportler*innen, die dopen, abgrenzen? Versuch einer Begriffserklärung von Rüdiger Nickel. 11.2018:

Rüdiger Nickel: Das Täter-Opfer-Syndrom beim Dopingbetrug

 

 

Team Sky sucht einen neuen medizinischen Direktor (clinical director), ohne Verbindungen zum Radsport, so wird vermutet. Team Sky und der britische Radsportverband British Cycling stecken noch immer mitten in der Aufarbeitung des Skandals um Arzt Dr. Richard Freeman, der zusammen mit anderen Verantwortlichen Dopinghandlungen vorgenommen hat, u.a. in Verdacht steht, Testosteron-Pads an Team Sky und BC geliefert zu haben. Freeman erwartet im kommenden Jahr ein Verfahren vor der Britischen Ärztekammer, wobei BC trotz seiner eigenen Betroffenheit als Neben-Kläger agiert. 12./13.11.2018:

dailymail.co.uk: Scandal-hit Team Sky begin search for new medical chief and will consider sports doctors with no links to cycling

cyclingnews: Team Sky search for new medical chief as testosterone investigation continues

 

 

Gewichtheber Umurbek Bazarbayev, turkmenischer Olympiateilnehmer und für 4 Jahre wegen Dopings gesperrt, ist zur Zeit Co-Nationaltrainer des turkmenischen Gewichtheberverbands. Ihm und dem Verband drohen jetzt weitere Sanktionen. 11.11.2018:

insidethegames.biz: Hosts Turkmenistan hired suspended doper to coach weightlifting World Championships team

 

 

salto.bz veröffentlichte Auszüge eines Emailverkehrs zwischen Funktionären und Anwälten der IAAF im Falle der Klage von Alex Schwazer in Bozen Anfang 2017. Daraus wird deutlich, dass das Vorgehen der IAAF - Verhinderung des DNA-Tests von Schwazers Urinprobe im Carabinieri-Labor Parma - mit der WADA abgesprochen wurde. 10.11.2018:

salto.bz: Komplott gegen Schwazer

Hintergrund: Die Proben gingen 2018 nach Parma. Mitte des Jahres wurde eine Vergleichsstudie, mit der geprüft wurde, ob Manipulationen vorliegen, durchgeführt. Erste Meldungen sprechen davon, dass der Urin zu Ungunsten Schwazers verändert wurde. Die IAAF hat ebenfalls eine Studie in Auftrag gegeben, die das Gegenteil beweisen soll. Ergebnisse liegen öffentlich bis heute nicht vor.

ilsussidiario.net: CASO SCHWAZER/ 1. L’esame del Dna rivela la manipolazione delle urine (esclusiva), 27.7.2018

playthebame.org: The re-testing of Italian race walker Alex Schwazer’s urine samples shows anomalies that could help his year-long legal fight to get cleared of a 2016-doping conviction , 30.8.2018

Dass es in dieser Geschichte um mehr geht, als nur um den Nachweis einer positiven Probe eines Athleten, zeigt sich insbesondere bei der Betrachtung der Person Giuseppe Fischetto. Der Verbandsarzt des italienischen Leichtathletikverbandes und langjähriger Anti-Doping-Funktionär der IAAF wurde nicht zuletzt aufgrund von Zeugenaussagen Schwazers zusammen mit seinem Arztkollegen Pierluigi Fiorella im Januar 2018 zu 2 Jahren Gefängnis auf Bewährung und Berufsverbot verurteilt. Ihnen wurde Vertuschung von Dopingvergehen vorgeworfen.

>>> c4f: Giuseppe Fischetto, IAAF, FIDAL - Komplotte und mehr

 

 

Was die Sportwelt wahrscheinlich nicht braucht: Politiker unter sich um Kampf um die WADA-Präsidentschaft?! 5./7./9./10.11.2018:

insidethegames.biz: Public authorities propose age limit which would prevent Helleland from standing for WADA President

insidethegames.biz: David Owen: Out of Africa - an intriguing twist in the coming race to succeed Sir Craig as WADA President

insidethegames.biz: WADA Presidential candidate Ba?ka calls for Helleland to step down as vice-president during election campaign

insidethegames.biz: Exclusive: Helleland claims call from WADA Presidential rival to stand down as vice-president "offensive" and politically-motivated

 

 

Der Präsident des Algerischen Olympischen Komitees Mustapha Berraf beklagte in einem TV-Interview weit verbreitetes Doping unter den Topathleten des Landes. Er nannte aber keine Sportarten oder Namen. 9.11.2018:

insidethegames.biz: Algerian Olympic Committee President claims athletes in country are doping to qualify for major events

 

 

Nach einer Literaturstudie an der Universität Leuven gibt es für die meisten in der WADA-Liste aufgeführten verbotenen Mittel und Methoden keine belastbaren Nachweise einer leistungssteigernden Wirkung. Dieses Kriterium ist eines von drei, die für ein Verbot notwendig sind. 8.11.2018:

Heuberger, Cohen: Review of WADA Prohibited Substances: Limited Evidence for Performance?Enhancing Effect

 

 

Das schwedische Dopingkontrolllabor der der Karolinska Universität in Stockholm wurde für 6 Monate wegen Problemen mit der Gasgromatographie Methode GC/C/IRMS teilweise suspendiert. 8.11.2018:

WADA: WADA confirms six-month partial suspension of Stockholm Laboratory for a specific analytical method , 8.11.2018

 

 

Die Vereinigung der Profi-Radsportler CPA protestiert gegen ihrer Meinung nach unsensibel ausgewählte Zeiten von Dopingkontrollen am Beispiel einer Kontrolle während einer Abendgala eines Rennens. 7.11.2018:

cyclingnews: CPA criticises anti-doping testers for 'intolerable' timing of tests

 

 

Die International Gymnastics Federation (FIG) und der Internationale Gewichtheberverband IWF werden ab 2019 mit der International Testing Agency (ITA) zusammen arbeiten. 6./7.11.2018:

IWF: IWF joins the International Testing Agency (ITA)

FIG: ITA and FIG join forces in fight against doping

 

 

Zwei Spieler des zyprischen Fußballclubs Alki erstatteten Anzeige wegen der Verabreichung unbekannter Substanzen mittels intravenöser Injektionen, die ihnen Herzprobleme verursacht haben sollen. Zwei weitere Spieler anderer Clubs könnten ebenfalls betroffen sein. Einer erstattete ebenfalls Anzeige. Der zyprische Justizminister fordert eine umfangreiche Untersuchung. 6.11.2018:

cyprus-mail.com: Minister says doping allegations must be investigated, as fourth player ill

 

 

Die Internationale Biathlon Union IBU beauftragte eine externe Untersuchungskommission damit, die Korruptions- und Betrugsvorwürfe zu untersuchen, mit denen der Verband unter seinem früheren Vorstand konfrontiert ist.

Zudem wird die IBU für mindestens die nächsten 4 Jahre keine Weltcup-Veranstaltungen in Russland abhalten. 6./8.11.2018:

IBU: International Biathlon Union appoints External Review Commission

insidethegames.biz: IBU excludes Russia from list of World Cup hosts for next four years

insidethegames.biz: IBU announce 2019 Extraordinary Congress to approve strategic plan and major governance reforms

 

 

Vielleicht wäre es an der Zeit für die Gegner des gegenwärtigen Streits um die Glaubwürdigkeit der WADA, sich noch anderen bestehenden Problemen und Baustellen, von denen es viele gibt, zuzuwenden, als immer nur auf der Causa Russland herum zu reiten. Es sind meist die bekannten Stimmen, die gegenwärtig hierzu ihre Kritik wiederholen, auf Konfrontation gehen ohne dass geklärt ist oder Versuche bekannt werden, die klären sollen,, wie die vielen schweigenden Stimmen und Parteien denken und einzubinden sind.

Ein Plädoyer für mehr Ehrlichkeit, Offenheit, Aufeinanderzugehen und transparent ausgetragene kontroverse Diskussionen mit möglichst vielen Seiten. 4.11.2018:

insidethegames.biz: Michael Pavitt: WADA civil war - Does everyone need a rethink?

 

 

Indien hat ein Dopingproblem, geht man von den WADA-Statistiken der letzten Jahre aus. Aber sehr aussagekräftig sind diese Angaben nicht, das Problem dürfte wesentlich größer und sehr komplex sein. Indien hat aber vor allem Schwierigkeiten mit der Durchführung von Dopingkontrollen. Die Zahl der Trainingskontrollen ist gering und die Whereabout-Meldungen der Athleten*innen sind ebenfalls ungenügend. 4.11.2018:

The Indian Express: How NADA rested as athletes trained

 

 

Günter Younger, Leiter der WADA-Ermittlungsabteilung (Director, Intelligence and Investigations) erläutert im Interview seine Sicht der WADA-Entscheidung auf bedingte Zulassung der RUSADA und sieht nur über diesen Weg eine Möglichkeit, Russland zur Erfüllung aller Auflagen zu zwingen und im Ernstfall sogar komplett zu sperren. Reformen der WADA seien notwendig, allerdings seien diese im demokratischen Prozess nicht so schnell zu erreichen, wie sich viele Kritiker wünschen. 2.11.2018:

tz.de: Doping-Chefermittler im Interview: Herr Younger, warum haben Sie die Russen begnadigt?

 

 

Das IOC hob seine finanziellen Sanktionen gegenüber dem Internationalen Biathlon-Verbands IBU auf. Die Auflagen seien erfüllt, wie auch die Anerkennung der Internationalen Testing Unit ITU. Dem ehemaligen IBU-Vorstand wird vorgeworfen, hochgradig bestechlich und korrupt gewesen zu sein und 65 Dopingfälle vertuscht zu haben. 2.11.2018:

IOC: IOC decision on the International Biathlon Union

insidethegames.biz: IOC lifts restrictions on International Biathlon Union after Bach meets Dahlin

DLF: IOC hebt Strafen gegen IBU wieder auf

 

 

Das IOC setzt die Nachanalysen der Olympischen Spiele von 2012 in London fort. 2.11.2018:

IOC: The International Olympic Committee reanalyses further London 2012 samples for banned substances

 

 

Die Wiederzulassung der RUSADA basiert auf der Forderung nach freiem Zugang zu den Originaldaten der alten LIMS-Datenbank des russischen Anti-Doping-Labors. Der WADA liegen gegenwärtig Kopien der Daten vor und es stellt sich hier das Problem, feststellen zu können, ob es sich um Originaldaten handelt oder ob Manipulationen stattfanden und -finden. Zudem sei eine versteckte Datenbank namens 'Found' gefunden worden, die aber noch nicht lesbar ist. 1.11.2018:

insidethegames.biz: Younger confident Moscow Laboratory data will be genuine as admits awareness of tampering concerns

sportsintegrityinitiative.com: WADA Media Symposium: calls for reform are misplaced

 

 

Die WADA lässt durch internationale Datenschutzexperten prüfen, ob und wie Namen der Personen bekannt gegeben werden können, deren Blutproben aus der Operacion puerto, die der WADA zugänglich sind, identifiziert werden. Der Abgleich ist noch nicht abgeschlossen. Möglicherweise liegen Ergebnisse im Mai 2019 vor. Sollten die Namenszuordnungen erfolgreich abgeschlossen werden, dürften Dopingverfahren aber wegen Verjährung nicht mehr möglich sein. Diese WADA-Untersuchungen finden unabhängig von den Analysen statt, die in Italien laufen. Da hatte ein spanisches Gericht vor Kurzem dem CONI die in Spanien liegenden Blutbeutel übergeben. Deren weitere Bearbeitung liegt nun in der Verantwortung der italienischen Anti-Doping-Agentur NADO Italia. 1.11.2018:

insidethegames.biz: WADA hopeful of announcing action in long-running Operation Puerto case in May

 

 

Die Suspendierung des Bukarester Anti-Doping-Labors, die seit November 2017 besteht, wird aufrechterhalten. Es steht zwar fest, das der Direktor und sein Stellvertreter mindestens zwei Dopingproben manipuliert haben, beide wurden ihrer Ämter enthoben, doch ist noch unklar, warum und wer dahinter steht. Die Ermittlungen gehen daher weiter. Ausgelöst wurden sie durch einen Whistleblower.

Younger gibt an, das seit Gründung der WADA-Ermittlungseinheit 2016 von Whistleblowern 434 Meldungen eingebracht wurden, 5 Untersuchungen daraus dauern noch an. 1.11.2018:

Reuters: Romanian lab officials covered up positive tests: WADA

 

 

Kurz nach einem Treffen von 19 NADO in Paris fand im Weißen Haus in Washington ein ähnliches Gespräch am Runden Tisch verschiedener Kritiker der WADA - NADO, Politiker und Athlet*innen - statt. Organisiert wurde das Treffen vom Office of National Drug Control Policy (ONDCP) und der USADA (vielleicht nicht unbedingt ein Zeichen von Unabhängigkeit!?). Auslöser des gegenwärtigen Dauerstreits ist die Entscheidung des WADA Excetutive Committees auf Wiederzulassung der RUSADA. Es trafen sich vor allem Personen und Vertreter von Antidoping-Organisationen und Athlet*innen aus Europa und den USA, die schon in den letzten Wochen ihre Stimmen mit verschiedenen Statements erhoben hatten, darunter etliche britische Topsportler*innen. Neben strukturellen Reformforderungen wird vor allem der Ruf nach Rücktritt von Präsident Craig Reedie laut. Es bleibt aber unklar, inwieweit die Kritiker mit ihren Forderungen auf Unterstützung in den anderen nicht vertretenen Ländern, bei Weitem die Mehrzahl, rechnen können. (Eine genaue Teilnehmerliste ist mir nicht bekannt.) Offen bleibt auch, ob es möglich sein wird, die Zerstrittenen an einen Tisch zur gemeinsamen Findung von Problemlösungen zu bewegen. 31./1./2.11.2018:

NADA: Roundtable on Advancing International Commitment to Clean Sport and Fair Play: Reforming the World Anti-Doping Agency

sportschau.de: Kritik an der WADA - Schall und Rauch im Weißen Haus

sportschau.de: More style than substance in reforming anti-doping system

BBC: White House summit says Wada has put 'politics over principle' and needs reform

insidethegames.biz: Mike Rowbottom: As angered athletes speak out against WADA at the White House, the question is: will two and two make four?

insidethegames.biz: WADA criticise "one-sided" anti-doping summit at White House

insidethegames.biz: Sir Craig tells Tygart to get own house in order instead of attacking WADA in response to White House criticism

insidethegames.biz: Cheats will prosper if consensus not reached claims Niggli

sportschau.e: Craig Reedie - der WADA-Boss taumelt

 







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