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Der Klausenpass

ein Bericht von Kalmit (http://dschneble.tssd.de/)



Den vermeintlich unspektakulärsten Pass bin ich am dritten und letzten Tag meines kleinen Trainingslagers Anfang Juni 2004 gefahren. Eigentlich nur aus dem Grund, weil der Sustenpass nicht geöffnet war. Startort war ein Parkplatz an der Axenstraße zwischen Flüelen und der Tellsplatte am Urner See, dem südlichen Teil des Vierwaldstättersees. Ich hatte diesen Standort zum einfahren genutzt!

 

Der Klausenpass verbindet das untere Reusstal und den Urner Boden. Mit 1948m Höhe ist er der niedrigste der großen Pässe im Kanton Uri. Was nicht über seine Schwierigkeit hinwegtäuschen sollte. Denn der Start der Steigung liegt bei knapp 450m Höhe in Altdorf, dem Hauptort des Kantons Uri!

 

Der Anstieg beginnt gemächlich. Man windet sich in geringeren Steigungsprozenten das Schächental hinauf und durchquert den Ort Bürglen. Hinter diesem Ort gibt es eine kleine, kaum erwähnenswerte Zwischenabfahrt. Der folgende, ca. 7 km lange Abschnitt ist auf seiner ersten Hälfte nicht besonders mit steilen Steigungsprozenten gesegnet. Erst in Reichweite des Ortes Spiringen wird es mit konstanten 5-8% langsam aber sicher steiler, man durchfährt in Spiringen auch 2 Serpentinen! Am Ortsausgang flacht die Straße jedoch wieder ab. Man fährt nämlich inzwischen ein gutes Stück über dem Schächental. Kurz vor dem Ort Unterschächen kann man sich dann bei einer ca. 1 km langen Abfahrt für das kommende Programm erholen. Denn nun beginnt auf einer Meereshöhe von knapp unter 1000m der eigentliche Anstieg! Alles vorher war nur zum warmfahren! Hier ein Blick hoch zum Klausenpass!

 

 




Blick auf den Klausenpass





Saftige Almwiesen...

Es wird schlagartig steil, Rampen mit bis zu 12% sind auf den kommenden knapp 12 Kilometern keine Seltenheit. Kurz hinter Unterschächen erreicht man auf der schmal gewordenen Straße die erste Kehrtwende. Die Klausenpassstraße macht insgesamt keine großen Windungen, Serpentinenfans dürften enttäuscht sein. Der enorme Höhenunterschied wird eigentlich nur durch zwei Richtungswechsel überbrückt!

 

Es geht nun eine ganze Weile wieder am Rande des Schächentals in Richtung Westen / Altdorf - ehe man weiter oben in einer zweiten Serpentine wieder gen Osten steuert. Links hat man einen Blick auf viele einzelne Häuser und saftig grüne Almwiesen, rechts wird mit jedem Höhenmeter mehr die Steilheit dieser Schlucht deutlich. Die in die Felswand gehauene Straße führt teilweise sehr eng am Abhang entlang. Wer sich abkühlen will, kann sich in voller Montur in einen der vielen, direkt an der Straße grenzenden kleinen Wasserfälle stellen. Ein Blick am rechten Straßenrand nach unten ist jedenfalls nichts für Leute mit Höhenangst.

 

 



Zudem hat man eine gute Aussicht auf das Massiv des großen Windgällen! Eine Weile später erreicht man nun eine Art Hochebene, man durchfährt nun hier wieder zwei Serpentinen (ja, es gibt sie doch noch!) und fährt am Klausenpasshotel vorbei.






Windgällen-Massiv



Hochebene



Keine falschen Hoffnungen jetzt - es sind nämlich noch gut 100 Höhenmeter... Ein Blick zurück ins tiefe Schächental und Unterschächen ist wirklich sehenswert!




Schächental





Der Gipfelkiosk

Das restliche Stück ist relativ unspektakulär. Am Gipfelkiosk hing ein Plakat, dass die Profis der Tour de Suisse hier eine Woche später auch vorbeischauen würden. Fährt man ein Stückchen über den Pass, kann man einen relativ guten Blick Richtung Urner Boden werfen.

 

Insgesamt auf jeden Fall ein richtig reizvoller Pass, der trotz der "niedrigen" Meereshöhe (im Vergleich zu den anderen Riesen im Uri) an landschaftlicher Schönheit und Schwierigkeit überhaupt nicht hinten anstehen muss!

 

 






Die Passhöhe...



Blick Richtung Urner Boden (Alle Fotos von Kalmit)


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