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Vorbericht Vuelta 2002

 

6. 9. 2002

 

Salzamtsblatt, 6.9.2002

 

In Kürze ist es wieder soweit und die Radsportwelt – und nicht nur diese! – blickt gebannt auf die iberische Halbinsel, wo wieder ein einzigartiges Spektakel erwartet werden darf.

 

Der Hype um die Vuelta Espana, das mit Abstand bedeutensde, spannendste, packendste, optisch ansprechendste Radsportereignis nimmt mitunter bereits groteske Formen an. Unter den 127.586 akkreditierten Journalistinnen und Journalisten gibt es bereits seit Monaten bis zu Handgreiflichkeiten gehende Auseinandersetzungen um die besten Plätze und Interviewtermine. Selbst Kollegen aus Feuerland, Grönland, Fidschi, Osterinseln, Brunei werden diesmal erwartet. Internationale Medienvertreter von New York Times, Washington Post, Guardian, Australia Today, Antarktika News, Kamtschatka Herald, Sahelzone Regional haben ihre Chefredakteure und –innen entsandt, um dem Großereignis gerecht zu werden.

 

Präsident Bush verschob eine wichtige Kabinettssitzung zum Thema Brezelschlucksicherheit, um dem MZF beiwohnen zu können, "ich bin ja schon so aufgeregt", wird der Chef der Weltmacht USA zitiert.

Erstmals gibt es auch eine Direktübertragung zur bemannten Raumstation ISS, wo die Männer und Frauen im Weltraum bereits dem Großereignis entgegenfiebern. Die Analyse von Objekt XQR457 wurde dafür extra aufgeschoben (man erwartete sich von der Zusammensetzungsanalyse wichtige Hinweise auf die Entstehung des Universums inkl. Hinweise auf neue Energiequellen und eventuelles außerirdisches Leben). "Macht nichts, das Objekt kommt in 3876 Jahren wieder bei der Erde vorbei. Die Vuelta geht vor. Wir können es gar nicht mehr abwarten", so ein Techniker.

 

Wie sieht es mit den Favoriten aus? Leider ist dem internationalen Star der Szene, Lance Armstrong, wieder ein Problem dazwischengekommen, welches ihn zum wiederholten Male von der Teilnahme am Großereignis abhält. Die Enttäuschung ist verständlicherweise groß. Armstrong, der bereits 4x ein wichtiges Vuelta-Vorbereitungsrennen, die Frankreichrundfahrt (unter Experten auch als Tour de France bekannt) gewinnen konnte, muss auch dieses Mal zusehen. Seinen dritten Platz von 1998 betrachtet er nach wie vor als den bisherigen Höhepunkt seiner Karriere. Ein Sieg wäre sein Traum.

 

Unter den Favoriten in diesem Jahr: Oscarchen Sevilla, Angel Casero, Francesco Casagrande, Gilberto Simoni, Joseba Beloki. Die Stars werden seit Wochen von Journalisten im Hinblick auf ihre Siegchancen analysiert. Die Fahrer selbst möchten keinen Kommentar abgeben. „Sie werden verstehen, dass wir vor dem bedeutendsten Ereignis des Radsportjahres nervös sind und daher in Ruhe gelassen werden möchten“. Natürlich verstehen wir das!

 

Dass dies alles auch negative Folgen haben kann, beweist der wieder einmal unbefriedigende Ausgang der Nachhaltigkeitskonferenz in Johannesburg. "Die Delegierten wollten nicht mehr länger über Armutsbekämpfung, Wasserversorgung und Menschenrechte diskutieren. Alle wollten pünktlich nach Spanien. Ich kann für die Begeisterung ja irgendwo Verständnis aufbringen, aber die Konferenz hätte doch ein anderes Ende verdient", so die Klage einer anonymen Tagungsteilnehmerin.

 

Die Schattenseiten eines epischen Großereignisses, wir kennen sie nur zu gut.

 

K.A. Putt, Chefredakteurin

 

 

Beitrag von Ingrid


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