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François Cauderay, Fritz Heinze (Fotos):
Velo – die Erfolgsgeschichte der Fortbewegung

Autoren: 
François Cauderay, Fritz Heinze (Fotos) 
Titel: 
Das Velo – die Erfolgsgeschichte der Fortbewegung 
 
Verlag: 
Layout: 
Querformat, 65 Seiten, zahlreiche Fotos und Abbildungen 
 
erschienen 24. August 2013 
ISBN: 
978-3-033-04079-3 
Preis: 
39 Euro plus Versand 


 





Veloziped hieß das Fahrrad bekanntlich in seiner Frühzeit. Das Wort wurde aus dem Lateinischen gebildet für »schneller Fuß«. Das klingt fast wie der Name eines Indianerhäuptlings. So hielt es sich in der französischen Sprache, in der Kurzform vélo (während das vélocipède als Bezeichnung für das Hochrad üblich wurde). In der Schweiz ist das Rad also ein Velo, gesprochen wie Wéllo, betont auf der ersten Silbe.





François Cauderay



Dani Bartholdy

Der Verein Old Bicycle Fan Club (OBFC) in Rehetobel in der Schweiz, dessen kleine und feine Sammlung von vielen geschätzt wird, hat darum auch ein Velo-Museum. Er hat nun ein Buch herausgebracht. Es heißt Das Velo – die Erfolgsgeschichte der Fortbewegung. François Cauderay hat die Texte geschrieben und Fritz Heinze aus Steinach die perfekten Fotos gemacht. Cauderay gründete 1995 das Museum, unterstützt von Hansueli Zuberbühler, und Dani Bartholdy ist der wichtige dritte Mann.



Das Appenzellerland, nahe des Südostufers des Bodensees gelegen, wird vom großen Kanton St. Gallen umschlossen. Im Jahr 1513 trat es der Eidgenossenschaft bei, und 1597 zerfiel Appenzell in die beiden Halbkantone Appenzell-Innerrhoden (Autokennzeichen AI, katholisch) und Appenzell-Ausserrhoden (AR, reformiert oder protestantisch).

 

400 Jahre nach der Trennung fand, organisiert durch den OBFC, in Appenzell ein internationales Veteranen-Fahrradtreffen statt, das wie diverse Festspiele und kulturelle Aktivitäten die Einheit des Appenzellerlandes demonstrierte.

 

Schon damals wurde bedauert, dass das Museum nicht mit einem Katalog aufwarten konnte, erinnerte sich Ende August bei der Buchvorstellung in Heiden Roland Inauen, Leiter des Museums Appenzell, der auch das Vorwort schrieb. Und nun, siehe da!, 15 Jahre später sei das Buch da. Inauen lobte „die Symbiose zwischen Bild und Text“.

 

Drei Jahre wurde daran gearbeitet.




Die Arbeit am Buch



Es sollte perfekt sein, außerdem gehen Fahrradhistoriker meist noch einem Beruf nach und/oder haben Familie. Im Internet kann man da nicht viel herausfinden. Wenn der Historiker es genau nimmt, muss er herumtelefonieren, um zu erfahren, ob es eine Firma noch gibt oder wie viele Räder eines Typs hergestellt wurden. Manchmal stieß man zufällig auf eine Information: Da erinnerte sich eine Sekretärin an einen Verwandten, der mit dieser Firma zu tun gehabt hatte … Oder ein ehemaliger Firmenbesitzer sagte: „Gerade wollte ich alle Akten mit den technischen Details wegwerfen; wenn Sie vorbeikommen, gebe ich sie Ihnen.“

 

Das Buch ist ein schönes Querformat. Auf der linken Seite ist groß ein Fahrrad von der Seite abgebildet, vor weißem Grund, also „freigestellt“, wie man sagt; rechts sind kleinere Fotos von technischen Details zu sehen.



Sie umrahmen den Text, der das Rad und die betreffende Firma vorstellt, und das sind wie Lebensgeschichten. Die Großaufnahmen der Einzelheiten sind sehr gut gelungen, denn das ist nicht einfach. Die Teile müssen gut zu sehen und gut beleuchtet sein, und vermutlich muss man da viel herumprobieren und wie Fritz Heinze viel Erfahrung haben.




Schwierigkeiten beim Transport



28 Räder aus den Jahren 1869 bis 1965 werden uns präsentiert: die schönsten der fast 100 Stück umfassenden Sammlung. Die meisten Räder sind Alltagsräder, aber zwei Rennräder sind doch dabei: Das Tour-de-Suisse-Rennrad von 1934, Rahmen-Nr. 0010 und das Tebag von 1936, Rahmen-Nr. 1315, das 2009 in Neufchâtel noch zum Einsatz kam.




Ein putziges Kinderrennfahrrad, verkleidet



The Royal Sociable Salvo, 1882, Starley Brothers



Das Velomuseum Rehetobel kann gern besuchen, wer etwa in der Nähe der Osthälfte des Bodensees Urlaub macht. Der Appenzeller Ort (AR) liegt oberhalb von St. Gallen, und bei Anruf (0041.71.8771770) wird geöffnet. Das Buch kann man auch online bestellen: Buchbestellung

 

Freilich ist es mit 39 Euro ziemlich teuer, aber der zeitliche Aufwand war hoch, und der Verein muss sich auch finanzieren. Der Kauf des Buchs Das Velo unterstützt sozusagen einen guten Zweck: Er hilft die Geschichte des Fahrrads zu pflegen und motiviert die rund 60 Vereinsmitglieder, deren Kerntruppe immer so schöne Ausfahrten unternimmt und so schöne „Anlässe“ (Feiern) veranstaltet. Man muss es wiederholen: Wer alte Fahrräder liebt, kann kein schlechter Mensch sein. Das ist eine gute Grundregel.

 

Zum Schluss noch Fotos vom neuen Museumssitz im alten Feuerwehrhaus an der Heidenerstrasse in Rehetobel.




der neue Museumssitz





Der Eingang mit Bar hinten



Das Obergeschoss. Da ist noch Platz




 

Text und Fotos Manfred Poser, August 2013


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