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Andreas Poch: Die Wissenschaft vom schnellen Radfahren

Autor: 
Andreas Pooch 
Titel: 
Die Wissenschaft vom schnellen Radfahren 
Verlag: 
Liegerad-Datei, 21. Februar 2009, 3. Auflage 
Layout: 
Broschiert, 256 Seiten 
ISBN-13: 
978-3-9806385-5-5 
ISBN-10: 
3980638553 
Preis: 
€ 28,90 


 




Wer schnell Radfahren möchte, hat zwei natürliche Feinde: die Berge und den Wind. Während erstere bezwungen werden können und man für die Qualen des Aufstiegs zumeist die Freuden der Abfahrt genießen kann, verlangt es einiges mehr an Aufwand, um dem Wind bzw. dem Luftwiderstand ein Schnippchen zu schlagen.

 

Das Wissen um aerodynamische Hilfsmittel im Fahrradbau ist beinahe so alt wie das Fahrrad selbst. Schon vor 140 Jahren wurde eine Methode entwickelt, mit der eine Näherung des Luftwiderstandes eines Velocipeds berechnet werden konnte. Doch seit dieser Zeit hat sich vieles getan. Völlig neuartige Radtypen, wie z.B. das Liegerad oder Velomobile, wurden erfunden und weiterentwickelt. Werkstoffe wie Carbon ermöglichen Bauarten, die mit den bisherigen metallischen Werkstoffen nicht möglich war. Der Kampf gegen die Uhr bzw. um die höchste Geschwindigkeit ist heutzutage eine Materialschlacht, bei der erst einmal am Computer und im Windkanal Strömungen berechnet und gemessen werden, und es erst danach auf die Straße hinaus geht.

 

Der Author Andreas Pooch, selbst ein Spezialist im Liegeradbereich, zeigt uns all das in seinem Buch. Er erläutert die Grundlagen der Aerodynamik, gibt uns einen Einblick in die historischen Rennen wie auch die aktuell ausgetragenen Zeitfahrdisziplinen und in die Entwicklungen der jeweils benutzten Räder. Es wird aber auch auf die UCI-Regeln, neue Trainingsmethodiken, Sitzposition, die Windtaktiken des Feldes oder auch die modernen Werkstoffe und ihre Verwendungsmöglichkeiten eingegangen.

 

Am meisten gefesselt haben mich die beiden Kapitel, in denen uns der Author die Entwicklung der modernen Zeitfahrboliden des Straßenrennsports bis hin zu den verkleideten HPV (Human Powered Vehicles), mit denen Geschwindigkeiten von bis zu 130km/h erreicht werden, aufzeigt. In diesem Teil des Buches hatte ich mehrere Aha-Erlebnisse. Das eine, als ich die Werbung der ersten Serien gefertigten Aero-Teile der Shimano AX Serie wiedersah, von denen ich selber noch Bremskörper besitze und das zweite, als ich den Vector wiedersah. Jenes vollverkleidete Liegedreirad, das in den frühen 80ern in der Tour vorgestellt wurde, und mich und meine damaligen Freunde in seinen Bann gezogen hatte. Dieses Windei fuhr damals über 90km/h. Wenn wir hätten schweißen können, hätten wir versucht so etwas zu bauen.

 

Die Wissenschaft vom schnellen Radfahren ist alles andere als ein trockenes, wissenschaftliches Buch. Es ist auch mehr als ein Ratgeber. Es erzählt uns im Grunde genommen die Geschichte des schnellen Radfahrens mit all seinen (stromlinienförmigen) Nuancen und Facetten. Obwohl es nicht die primäre Intention ist, kann das Buch getrost als eine Art Bildband-Nachschlagewerk bezeichnet werden, denn über sämtliche Entwicklungen in den einzelnen Bereichen sind umfangreiche Detailinformationen sowie reichhaltige Fotos, Zeichnungen oder Konstruktionszeichnungen vorhanden.

Ein Muss für Jeden, dessen Herz für den Kampf gegen die Uhr schlägt!



 

von Hansi.Bierdo, Juni 2009


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