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(Doping)Mittel und Methoden



Pot belge

 

Der Pot belge (belgischer Pot) ist ein Doping- und Drogen-Coktail auf der Basis von Amphetaminen und Kokain. Häufig werden beide Substanzen ergänzt mit Heroin, Coffein und Medikamenten wie Corticoiden.

Der Pot hollandais/néerlandais (niederländische Pot) baut auf Amphetaminen und Koffein auf, auch er wird häufig noch mit anderen Substanzen gemischt, lediglich Kokain fehlt.

 

Pot du fou (Pot der Verrückten, der Durchgeknallten) nannte man die Mixtur anfänglich aufgrund der Sekundäreffekte, die sich vor allem bei intravenöser Anwendung schnell einstellten. Heute wird er von einigen Fiolou genannt (von Fiole). Die Herkunft der Bezeichnung Pot belge bleibt unklar, zum ersten Male dürfte sie 1983 aufgetaucht sein. Die Koktails selbst gibt es schon seit Anfang des 20. Jahrhunderts allerdings ohne Amphetamine, die in den 30er Jahren entwickelt wurden.

 

Die Mixtur Kokain mit Amphetaminen geht wahrscheinlich auf das Jahr 1944 zurück. Hitler suchte für die Deutsche Wehrmacht eine Wunderdroge zum Durchhalten. Im KZ Sachsenhausen wurde hierzu mit Häftlingen experimentiert. D-IX hieß das Gemisch aus Kokain, Methylamphetamin, Morphin (Pot d'Adolf ).

Siehe hierzu den Artikel >>> Drogen an die Front (Focus 18.11.2002).

 

Bekannt wurde der Pot belge vor allem durch Berichte aus dem Radsport, aus dem Alpinismus gibt es ebenfalls Hinweise.

Der Drogenmix wurde von den Radprofis und Amateuren vor allem während der Trainingszeiten und kontrollfreien Rennen wie Kriterien benutzt. Auch zum schnellen Überbrücken der Entfernungen zwischen einzelnen Kriterienterminen, z. B. nach großen Rundfahrten, setzte man sich unter Pot belge-Einfluss ans Steuer, der französische Ausdruck im Peloton dafür ist "avoir le grand volant". Berüchtigt ist das Gemisch auch als 'Partydroge' vieler Radsportler. Er wurde z. B. gerne bei Hochzeits- und Siegesfeiern konsumiert und war Bestandteil von Initiationsriten, von Riten mit denen junge Nachwuchssportler in den Kreis der Erfahrenen aufgenommen wurden.

 

Bekannt wurde er durch die vielen Doping- und Drogenprozesse in Frankreich. Besonders Willy Voet, Pfleger beim Team Festina erzählt davon in seinem Buch ebenso wie die Fahrer Erwann Menthéour, Jérome Chiotti und Philippe Boyer.

>>> C4F: Affairen und Prozesse

>>> C4F: Fahrer-Berichte

 

 

Quelle: De Mondenard, Dictionnaire du Dopage


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