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Giro d'Italia 2007



die Strecke in Google Maps



alle Etappen in Google Earth und Google Maps zum Download



Vorschau Giro d'Italia 2007

Strecke von Ocaña und Perry, Fahrer-Vorschau Perry, Mai 2007,

Fotos: * Capture The Peloton, ** velo-photos, *** cyclingimages

 



Was sind schon all die Frühjahresklassiker und Etappenrennen irgendwo in der spanischen Pampa? Was bringen die 48 Stunden Live-Übertragungen von irgendwelchen deutschen Kirmes-Rennen? Wen interessiert schon, ob Tom Boonen nun in Monaco lebt oder doch in „Hintergießing“? Das einzige was zählt ist der Giro d’Italia. Dort sind noch echte Männer am Start, dort geht es in unendliche Höhen, dort sieht man menschliche Abgründe. Italien bietet seit Jahren Radsport der Extraklasse im Mai und auch dieses Jahr wird wieder einiges geboten, auch wenn es sicherlich nicht soviel besser ist, wie hier geschrieben:



die Strecke 2007




Vom 12.Mai bis zum 3.Juni findet der Giro 2007 statt. Insgesamt sind fast 3.500 Kilometer zurückzulegen. Nicht wenige sprechen seit Jahren von der Rundfahrt mit den meisten, den höchsten und den steilsten Bergen. Auch in diesem Jahr fährt der Giro d’Italia wieder eine Palette der ganz besonderen Art und Weise auf:

Riesen wie den Colle d’Agnello, giftige Wände wie den Monte Zoncolan und Legenden wie den Col d’Izoard und die Tre Cime di Lavaredo.

 

Der Start erfolgt in diesem Jahr auf der Insel Sardinien und steht ganz im Zeichen Giuseppe Garibaldis, der im Juli seinen zweihundertsten Geburtstag feiert und in Caprera, dem Startort, verstarb. So steht der italienische Freiheitskämpfer ganz im Fokus der ersten drei Etappen, bevor man mit einem Ruhetag auf das Festland übersiedelt und bereits auf der vierten Etappe Weichen gestellt werden. Hinauf nach Montevergine di Mercogliano steht die erste Bergankunft auf dem Programm, die 2001 von Danilo di Luca und 2004 von Damiano Cunego gewonnen werden konnte. Zwei Protagonisten, die auch in diesem Jahr wieder großes planen.

Nordwärts überquert das Peloton dann auf der sechsten Etappe den Monte Terminillo und hier wird bereits erstmals an der 2000 Meter Marke gekratzt. Es folgt mit 254 Kilometern die längste, allerdings flache Etappe. Die 8.Etappe endet gar in der Ferrari-Hochburg Fiorano Modenese wegen des 60. Firmengeburtstags der Edelmarke und man kann froh sein, dass Stefan Schumacher nicht startet und einem so die zahlreichen Wortspiele mit seinem Namen erspart bleiben.

Richtig heiß im Kampf um den Gesamtsieg dürfte es dann wieder auf der 10. Etappe werden. Nicht nur die Länge von 250 Kilometern, sondern auch der Schlussanstieg verlangt den Fahrern alles ab. Über den klassischen Giro Ort Pinerolo geht es ins alpine Hochgebirge. Die Cima Coppi in Form des 2744 Meter Hohen Colle d’Agnello stellt sich den Fahrern in den Weg. Auf dem Parcours nach Frankreich türmt sich außerdem noch eine wahre Legende des Straßenradsports auf. Der Col d’Izoard ist ebenfalls zu überfahren, bevor man schließlich das Tagesziel Briançon erreicht. Am Izoard feierten die ganz großen Italiener Coppi und Bartali bereits während der Tour de France Erfolge, doch auch beim Giro wurde der Izoard mehrfach befahren.






irgendwo da in den Dolomiten fahren sie ...
© MrsFlax



Bereits einen Tag später folgt das Bergzeitfahren hinauf zum Santuario di Oropa. Auf 12,5 Kilometern sind dabei 754 Höhenmeter zu bewältigen. Dieses Bergzeitfahren wird ganz im Gedenken an Marco Pantani stehen, der sich an diesem Berg 1999 auf seine besondere Art und Weise in Szene setzen konnte und in Rosa siegte. Der Passo San Marco von Cantu nach Bergamo bereitet den Auftakt für eine der wohl berühmtesten Bergankünfte des Giro d’Italia. Knapp 5000 Höhenmeter werden zu fahren. Wie drei spitze Zähne erheben sich in den Sextener Dolomiten die drei Zinnen auf fast Dreitausend Meter Höhe in Richtung Himmel. In einer Höhe von 2300 Metern befindet sich die Ankunft direkt unterhalb der drei Zinnen, dort wo Fahrer wie Merckx, Gimondi, Fuente und Herrera siegten. Besonders die letzten 4 Kilometer mit einer Durchschnittsteigung von knapp 12% werden ihr übriges dazu beitragen, dass der Zuschauer absoluten Spitzenradsport zu sehen bekommt.

 

Nach dem zweiten Ruhetag und einem Abstecher nach Lienz in Österreich folgt der wohl am meisten gefürchtete Berg im Vorfeld des Rennens. Grotesk einer Wand gleich klebt der Monte Zoncolan am Profil der siebzehnten Etappe. Auf nur 10,1 Kilometern werden insgesamt 1203 Höhenmeter bekämpft. Rampen mit über 20% erwarten die ohnehin schon müden Fahrer, die hier noch einmal alles in den Kampf um Platzierungen und natürlich den Tagessieg werfen werden. Bevor jedoch am Ende auf der traditionellen Schlussetappe nach und durch Mailand ein Sieger gekürt wird, müssen nach Verona noch einmal 42 Kilometer solo gegen die Uhr gefahren werden. Ein gutes Omen für Damiano Cunego? Der kleine Prinz, der 1999 in Verona, seiner Geburtsstadt bereits Junioren-Weltmeister wurde und hier nur zu gern das rosa Trikot auf dem Podium entgegen nehmen möchte.




die Po-Ebene
begbies Giro



Menschlich?



Überflieger...
checkers Bericht



und Verlierer ***

So viel Spannung der Blick auf die Streckenskizze auch verspricht, so kritisch sollte man den teilweise unmenschlichen Herausforderungen gegenüberstehen, die von den Organisatoren immer wieder ins Rennen eingebaut werden. Natürlich sind schwierige Streckenabschnitte ein Zuschauermagnet, erhöhen die Qualität eines Rennens und unterscheiden momentan den Giro von der Tour, aber dennoch sind sie auch ein Grund für des Radsports größtes Sorgenkind, das Doping. Natürlich ist die Strecke lange kein Hauptgrund, sondern vielmehr die Konkurrenz, aber dennoch reduziert eine schwierige Strecke nicht gerade das Verlangen nach leistungssteigernden Mitteln. Eine Rundfahrt wie der Giro, deren Vorjahressieger als einer der Hauptangeklagten im Fuentes-Skandal gilt, sollte sich deshalb schon fragen, ob sie sich selbst einen Gefallen tut, wenn sie eine Bergetappe nach der Anderen platzieren. Im neuen Jahrtausend wurde die Italienrundfahrt größtenteils von den ganz großen Dopingskandalen verschont, aber trotzdem bleibt man in diesem Sport natürlich alles andere als unberührt. Neben Basso fehlen 2007 auch Fahrer wie Tyler Hamilton oder Jörg Jaksche auf der Liste, was sicherlich kein Zufall ist. Deswegen sollten sich alle Fans, die dem Auf und Ab beim Giro schon entgegenfiebern noch mal eine Minute Zeit nehmen und sich fragen, ob sie nicht auch mit 2 oder 3 Bergetappen weniger leben könnten.

 

 

Trotz des Fehlens von Vorjahressieger Basso sind vier unterschiedliche Gewinner der vergangenen Austragungen am Start: Paolo Savoldelli ( 2002 und 2005), Damiano Cunego (2004), Gilberto Simoni ( 2001 und 2003 ) und Stefano Garzelli ( 2000). Neben Danilo DiLuca handelt es sich hierbei wohl auch gleichzeitig um die Topfavoriten, wobei wieder einmal auffällt, dass es sich nur um Italiener handelt.






Damiano Cunego 2004 *



Paolo Savoldelli 2005
**



Favoriten und ihre Teams:



Steve Morabito *



Assan Bazayev **

Seit dieser Saison fährt „Der Falke“, wie Savoldelli aufgrund seiner Abfahrtsfähigkeiten genannt wird für das Team Astana aus Kasachstan. Zuletzt hat er bei der Tour de Romandie wo er den zweiten Platz in der Gesamtwertung belegte, seine Ambitionen unterstrichen. Dem 34jährigen liegen wohl eher die Zeitfahren, als die Anstiege, weshalb es sehr schwer für ihn werden dürfte seinen dritten Gesamtsieg einzufahren. Dennoch muss man ihn im Auge behalten, denn seine bisherigen Siege beim Giro hat er auch nicht gerade angekündigt und für eine Top5-Platzierung reicht sein Potenzial allemal. Seine Hauptadjudanten dürften der Italiener Eddy Mazzoleni, der sich in einer hervorragenden For befindet und auch schon Cunego zum Giro-Sieg begleitet hat und der junge Schweizer Steve Morabito sein, der sein Giro-Debüt gibt und dessen Talent in den Bergen unbestritten ist. Der Rest des Teams besteht aus jungen Kasachen und dem Luxemburger Benoit Joachim. Assan Bazayev dürfte sein Glück von Zeit zu Zeit in den Sprints versuchen. Insgesamt ist das Team sicherlich stärker, als das Discovery Channel Team von 2005, mit dem Savoldelli den Giro gewinnen konnte.





Patxi Vila *



Sylvester Szmyd **

Als großer Favorit wird „Der kleine Prinz“ Damiano Cunego gehandelt. Er scheint sich 2007 in einer bestechenden Form zu befinden, wie sein souveräner Sieg bei der Trentino-Rundfahrt und seine guten Leistungen bei der Baskenland-Rundfahrt und Lüttich-Bastogne-Lüttich zeigen. Die Frage ist nur, ob der junge Veroneser dieses Jahr seinen Formaufbau richtig gesteckt hat und nicht wieder zu früh in Topform war. Sein Team Lampre baut trotzdem nicht zuletzt wegen der immer stärkeren Zeitfahrfähigkeiten von dem 26jährigen voll auf ihren Kapitän. Sieben klasse Bergfahrer, darunter Fahrer wie Patxi Vila oder Sylvester Szmyd, die selbst in die Top20 fahren können, werden alles dafür tun, damit Cunego seinen zweiten Gesamtsieg feiern kann. Im Gegensatz zum letzten Jahr hat Lampre aus den Fehlern gelernt und sich dafür entschieden mit Danilo Napolitano wenigstens einen Sprinter mitzunehmen und entweder ihm oder Cunego sollte es dann doch gelingen einen Etappensieg einzufahren. Letztes Jahr gelang das Lampre bei keiner der drei großen Rundfahrten. Doch Priorität hat natürlich die Gesamtwertung.



Seit 2004 ist Gilberto Simoni der Erzfeind von Cunego und er darf sich auch so ein bisschen als Sieger des Vorjahres fühlen, denn schließlich wurden Basso und Gutierrez des Dopings überführt und er hat mit Platz 3 den aufmüpfigen Cunego hinter sich gelassen. Schon letztes Jahr floh Simoni zu Saunier Duval, um weiteren Unstimmigkeiten mit Lampre aus dem weg zu gehen. Sein Formaufbau scheint geglückt und sein Team ist sehr gut besetzt. Mit Kletterziege Leonardo Piepoli und einem der Aufsteiger des Jahres Riccardo Ricco hat er zwei extrem starke Bergfahrer an seiner Seite. Interessant wird zu beobachten sein, wie sich der Baske Iban Mayo in das Team einfügt und welche Rolle er übernehmen wird. Sollte es bei ihm laufen, kann er sich zu einem extrem wichtigen Helfer für Simoni entwickeln, doch Zweifel sind angebracht. Auch der Rest des Teams ist bergfest und so steht Simoni nichts mehr im Weg, außer vielleicht sein fortgeschrittenes Alter und der Monte Zoncolan, auf dem er unbedingt triumphieren will. An Klasse und Erfahrung scheitert es bei ihm jedenfalls nicht.




Gilberto Simoni ***



Riccardo Ricco **





Danilo Di Luca ***



Vincenzo Nibali *

Liquigas wird eine der stärksten Mannschaften stellen. Mit Di Luca, Pellizotti und Nibali geht man gleich mit drei Topfahrern an den Start. Danilo „Der Killer“ Di Luca hat spätestens nach seinem Sieg bei Lüttich-Bastogne-Lüttich seine Ambitionen nochmals unterstrichen. Seit seinem überraschenden 4. Platz beim Giro 2005 träumt er vom Sieg, allerdings steht zu bezweifeln, ob er seine Form noch über den ganzen Giro retten kann. Pellizotti hat dieses Jahr schon sehr früh eine gute Form erreicht und ist sich damit treu geblieben. Seinen 8. Platz aus dem Vorjahr kann er auf jeden Fall überbieten. Zum ersten Mal wird das Jungtalent Vincenzo Nibali den Giro bestreiten. Nach seinem grandiosem letzten Jahr mit zahlreichen Erfolgen will er dieses Jahr in Italien für Furore sorgen. Mit seinen Kletterfähigkeiten und seiner soliden Zeitfahrqualität könnte er einiges erreichen. Die Frage ist nur, ob er schon über drei Wochen ganz vorne mitfahren kann, denn das ist auch eine Sache der Regeneration und die hat er noch nicht nachgewiesen. Auch der Rest des Teams ist vor allem mit Noe und Wegelius äußerst stark auf die Berge ausgerichtet. Besonders sollte man auch noch auf den jungen Gasparotto achten, der sich immer mehr zum Allrounder und weg vom reinen Sprinter entwickelt.





Stefano Garzelli **

Letztes Jahr fuhr auch Stefano Garzelli für Liquigas. Doch seit 2007 tritt er ein paar Radlängen kürzer und fährt für das zweitklassige Team Acqua e Sapone. Es ist doch zu bezweifeln, dass der 33jährige seinen Triumph aus dem Jahr 2000 wiederholen kann. Schließlich fehlt es dem charismatischen Kletterer einfach an nachweisbaren Erfolgen seit einiger Zeit. Er fährt zwar immer noch couragiert und von Zeit zu Zeit gewinnt er auch Rennen, aber die großen Erfolge bleiben doch seit längerem aus. Außerdem hat sein Team zwar einige klasse Fahrer für die Berge, wie Arekeev, aber im Ganzen merkt man schon den fehlenden ProTour Status. Dennoch ist Garzelli für Etappensiege und ein gute Leistung im Gesamtklassement durchaus zu beachten.



Von Außenseitern, Geheimtipps und Sprintern:



Paride Grillo *

Ein deutlich stärkeres Continental-Team stellt Ceramica Panaria. Gleich drei potenzielle Top10-Kandidaten sind Teil der Mannschaft. Sowohl Emanuele Sella, Luca Mazzanti als auch Dominico Pozzovivo haben nachweisbares Potenzial für bergige Strecken in ihren Palmares stehen. Allerdings hat nur Mazzanti wirklich Form nachgewiesen im bisherigen Saisonverlauf. Desweiteren bietet das Team zwei gefährliche Fahrer in den Sprints auf. Der Italiener Paride Grillo und der Argentinier Maximiliano Richeze. Beide haben die Klasse um eine Etappe abzuschießen. Somit gehören die Italiener, die mit einer irischen Lizenz ausgestattet sind zu einer der bestbesetztesten Mannschaften.





Yaroslav Popovych *

Eigentlich wollte Discovery Channel mit Vorjahressieger Basso an den Start gehen, doch daraus wurde nun nichts. Deshalb versuchen es die Amerikaner mit dem 5. des Giro 2004 Yaroslav Popovych als Kapitän. Das Kraftpaket aus der Ukraine ist sowohl in den Bergen als auch im Zeitfahren nicht zu unterschätzen, was man von seinem Team so nicht behaupten kann. Mit Hincapie und Rubiera hätte er zwar zwei gute Bergfahrer an seiner Seite, jedoch steht hinter der Form von Hincapie ein großes Fragezeichen.





Paolo Bettini **



Rinaldo Nocentini *

Die Startnummer 1 trägt aus bekannten Gründen nicht der Vorjahressieger, sondern Weltmeister Paolo Bettini. Er kann eigentlich fast jede Etappe ( außer den Zeitfahren ) gewinnen, obwohl er wiederum keine Chance auf eine vordere Gesamtplatzierung hat. Seine Stärken liegen vor allem in seiner Explosivität und seiner aggressiven Fahrweise. So kann er in einfachen Massensprints genauso gewinnen, wie in Sprints aus kleineren Gruppen nach einer mittelschweren Etappe und als einsamer Ausreißer auf schwierigen Bergetappen. Helfer hat er dann auch für jedes Terrain und man darf gespannt sein mit welchen Aktionen uns „Il Grillo“ diesmal wieder beglücken wird.

 

Kontinuierlich hat sich der Italiener Rinaldo Nocentini in den vergangenen Jahren weiterentwickelt und er ist zu einem Fahrer gereift, den man bei jeder Art Hügel- oder Bergetappe mit auf dem Zettel haben sollte. Zweifel sind angebracht was seine Rundfahrtfähigkeiten betrifft, aber für Etappensiege kommt er allemal in Frage. Ansonsten darf man bei Ag2r darauf gespannt sein, ob Sprinter Alexandre Usov endlich sein Tief überwindet.





Matthias Russ *



Joan Horrach **

Auch Gerolsteiner wirft einen weltklasse Hügelfahrer mit ins Rennen. Der Sieger des Fleche Wallone Davide Rebellin wird versuchen die ein oder andere Etappe abzuschießen. Frühere Versuche aufs Gesamtklassement zu fahren sind bei ihm gescheitert und so schickt Gerolsteiner keinen wirklichen Rundfahrer ins Rennen. Gespannt darf man sein, welche Leistungen der junge Matthias Russ zum Besten gibt und natürlich kann man sich auf die tollen Tagebucheinträge und natürlich auch die tollen Sprints von Robert Förster freuen. Insgesamt ist die Sprudelwassertruppe also auf Etappensiege aus und wenn man ähnliche Leistungen abrufen kann, wie während der Ardennen-Klassiker wird das kein Problem darstellen.

 

Caisse D’Epargne schickt ebenfalls ein paar interessante Fahrer in den Giro. Mit David Arroyo und Joan Horrach sind zwei Fahrer am Start, denen man durchaus eine vordere Platzierung zutrauen kann. Erstgenannter ist ein junger, guter Allrounder, während Horrach schon einige Jahre mehr auf dem Buckel hat. Jedenfalls sollte man die Spanier nicht ganz vergessen, obwohl sich natürlich schon die Frage der Motivation stellt, denn schließlich liegt das Hauptaugenmerk der Mannschaft auf Tour und Vuelta.





Ivan Parra **

Cofidis und Credit Agricole kann man im Gegensatz zu Francaise des Jeux und Bouygues Telecom nicht vorwerfen den Giro nicht ernst zu nehmen. Mit Ivan Parra ( für Cofidis ) und Pietro Caucchioli ( für Credit Agricole ) schicken beide Mannschaften einen aussichtsreichen Mann für die Gesamtwertung an den Start. Parra hat seine Sternstunde vor zwei Jahren, als er zwei schwierige Bergetappen in den Alpen hintereinander gewann. Caucchioli wurde bei seiner letzten Teilnahme 2005 immerhin starker 8., hat allerdings dieses Jahr bisher Form vermissen lassen. Zudem ist auch noch Supersprinter Thor Hushovd im Aufgebot von Credit Agricole. Der Wikinger will sicherlich bei den Sprintankünften zeigen, welche Urgewalt in ihm steckt.





Jürgen van den Broeck *

Einer seiner Hauptkonkurrenten bei den Massenankünften wird der Australier Robbie McEwen sein. Seit einigen Jahren nimmt er den Giro mit in sein Rennprogramm und steigt dann eine Woche vor Schluss aus, um sich auf die Tour vorzubereiten. Zuvor nimmt er aber immer noch ein paar Etappensiege mit. Sein Team Predictor-Lotto will aber auch in den Bergen überzeugen und deswegen haben sie mit Wim van Huffel, Jürgen van den Broeck und David Cioni auch drei gute Kletterer in ihren Reihen. Cioni wurde vor einigen Jahren als potenzieller Podiumskandidat gehandelt, hat aber nie seine Leistung von 2004 wiederholen können. Jetzt könnte man meinen, dass Wim van Huffel der Kapitän fürs Gebirge sein wird, aber auch er enttäuschte letztes Jahr nach einem tollen Jahr 2005. Dagegen scheint Jürgen van den Broeck auf einem absolut aufsteigenden Ast zu sein. Der junge Belgier könnte für so manche Überraschung sorgen.

 

Milram wird natürlich wieder alles für Petacchi tun. Es ist völlig nebensächlich, ob „Ale-Jet“ nun an Geschwindigkeit eingebüßt hat oder nicht. Er wird nach wie vor zu beachten sein, wenn es zu einer Massenankunft kommt. Damit man nicht nur auf Petacchi zählen muss hat man auch noch Sergio Ghisalberti für die bergigeren Abschnitte im Team. Dennoch wird das Hauptaugenmerk natürlich auf Petacchi liegen.

 

Auch „The Chicken“ checkt den Giro. Michael Rasmussen wird die Italienrundfahrt mal wieder als Vorbereitung für die Tour nutzen und er wird sich auch wieder ein bis zwei Bergetappen herausgepickt haben, um seine Klasse zu demonstrieren. Ebenfalls interessant wird es sein, ob Mauricio Ardila an seine Leistungen von vor zwei Jahren anknüpfen kann. Für die Sprints hat Rabobank mit dem Australier Graeme Brown ein heißes Eisen im Feuer.






Alessandro Petacchi **



Mauricio Ardila *



Das Fazit vor dem Rennen:

Viele nennen Damiano Cunego als absoluten Topfavoriten und dem ist wohl wenig entgegenzusetzen. Seine neu gewonnene Zeitfahrstärke könnte ihm ausgerechnet in Verona das Rosa Trikot bescheren. Allerdings ist es weit bis nach Mailand und man darf sich keinen schwachen Tag erlauben. Zunächst werden die Continental-Teams wie Tinkoff das Rennen prägen, doch im Hochgebirge zählt nur das Duell Mann gegen Mann und wir können nur hoffen, dass uns einige epische Schlachten geboten werden. Die Hoffnung auf einen sauberen Giro muss man wohl begraben, aber hoffentlich wird es wenigstens ein möglichst sauberer.






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