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Markus Eichler - Interview April 2006





Markus Eichler, der deutsche Newcomer des Frühjahrs. (c) cycling4fans

Geb.: 18.02.1982

Land: Deutschland

 

 

Markus Eichler vom Continental-Team Regiostrom-Senges ist wohl der deutsche Newcomer schlechthin des Frühjahrs 2006. Eine Top-Platzierung jagt die nächste. Erst vor Wochenfrist Anfang des Monats gewann er das bedeutsame niederländische Eintagesrennen “Ronde van Drenthe“. Nationales Highlight war sein Triumph bei Köln-Schuld-Frechen, wo er seinen ehemaligen Teamkollegen Robert Retschke beerben konnte.

Sven sprach im April 2006 mit dem 24-jährigen, der im hohen Norden geboren wurde und über Frankfurt den Weg ins Dreiländereck nach Stolberg fand.

 

 

Erfolge 2006:

Sieger Prix de Lillers/FRA, UCI-Kategorie 1.2

Sieger Ronde van Drenthe/NED, 1.1

Sieger Köln-Schuld-Frechen

Etappensieg TBW – A Travers le Brabant Wallon/BEL, 2.12

2. Platz Ster van Zwolle/NED, 1.E

3. Platz Omloop van het Waasland-Kemzeke/BEL, 1.2

4. Platz Nokere Koerse/BEL, 1.1

7. Platz Vlaamse Pijl/BEL, 1.2

 

Erfolge 2005:

Sieger bei Rundstreckenrennen in Bochum, Troisdorf, Cochem, Witten-Heven

 

Erfolge 2004:

3. Platz Nienburger Frühjahrspreis

 

Erfolge 2003:

Sieger U23-Wertung Straelen



Das Interview

 

Markus, Du bist zweifelsohne der herausragende Regiostrom-Senges-Fahrer des bisherigen Frühjahrs, u.a. mit Siegen bei Köln-Schuld-Frechen und beim Prix de Lillers in Frankreich. Beeindruckend aber auch Dein vierter Rang beim mit Pro Tour-Teams bestückten Nokere Koerse in Belgien am 15.03. Beschreib doch einfach mal das Gefühl, wie es ist, ein Siegfahrer zu sein und inmitten der besten Teams eine Rolle spielen zu können.

Mit meinen bisherigen Leistungen und den Ergebnissen bin ich natürlich sehr zufrieden. Inzwischen sind ja auch noch die Siege Ronde van Drenthe, Gesamtsieg und Etappensieg bei der Drei-Etappenfahrt TBW in Belgien dazugekommen. Selbstverständlich sind diese Ergebnisse auch auf die starken Leistungen unseres Teams zurückzuführen.

 

 

Nachdem Du 2004 weitestgehend bei der Bundeswehr verbracht hast und 2005 bei kleineren Rundstreckenrennen Dein Potential bereits andeuten konntest, scheint Dir 2006 der große Durchbruch zu gelingen. Was lief in der Vorbereitung anders oder ist der Formanstieg eher ein kontinuierlicher, logischer Prozess der vergangenen Jahre?

Meine Vorbereitung für die Saison 2005 konnte ich erst Ende Dezember 2004 beginnen, da ich vorher meinen neunmonatigen Grundwehrdienst abgeleistet hatte. Für diese Saison konnte ich bereits Anfang November beginnen und das natürlich auf einem höheren Niveau. Die Vorbereitung war härter und intensiver. Zudem gestaltete ich mein Training mit dem SRM-System noch effektiver. Dadurch kann man die aktuell erbrachte Leistung ablesen und nach dem Training am Computer auswerten. Dies ist wesentlich genauer als wenn man lediglich nach Puls trainiert.

 

 

Markus Ganser gilt als äußerst kritischer Teamchef, der auch nicht davor zurückschreckt, in der Öffentlichkeit den einen oder anderen seiner Fahrer härter zu beurteilen. Auffallend bei der Teampräsentation war aber, dass er Dich ganz besonders hervorgehoben und gelobt hat. War das etwa eine Vorahnung ob dem, was danach für Dich persönlich kommen sollte?

Nein, ich glaube, dass er sehr überrascht war.




Sieg bei Köln-Schuld-Frechen....



Einige Deiner Teamkollegen sind so genannte „professionelle Hobbyfahrer“, die nebenbei ihre Brötchen verdienen und sich in ihrer Freizeit auf das Rad schwingen. Wie viel Aufwand betreibst Du momentan für den Radsport?

Seit Anfang 2005 kann ich mich voll und ganz auf den Radsport konzentrieren.

 

 

Bei Köln-Schuld-Frechen konntest Du die zweite Garde der deutschen Sprinter um Steffen Radochla und Robert Wagner in Schach halten. Siehst du Dich eher als reiner Sprinter oder doch mehr als den Tom Boonen von Regiostrom-Senges, einen Alleskönner im klassischen Bereich?

Als reinen Sprinter sehe ich mich nicht. Bei Köln-Schuld-Frechen war es ja so, dass Jens Mouris und ich an der 1000-Meter-Marke attackiert hatten, so kam es erst gar nicht zu einer typischen Sprintentscheidung. Meine Stärken sehe ich eher bei den klassischen Eintages-Rennen und Rundfahrten, denn auch im Zeitfahren kann ich vorne mitfahren.

 

 

Du bist jetzt im dritten Jahr bei Markus Ganser. Das Team scheint Jahr für Jahr strukturell einen Schritt nach vorne zu machen. Wie empfindest Du die Entwicklung des Teams und was glaubst Du, was die Zukunft für Regiostrom-Senges noch zu bieten hat?

Es stimmt - das Team ist von Jahr zu Jahr professioneller geworden. So haben wir zum Beispiel seit vergangenem Jahr mit Hans-Jürgen Juretzek einen sportlichen Leiter, der sich ausschließlich um uns Fahrer kümmern kann. Da er vorher selber für das Team fuhr, kennt er sich in allen Bereichen ideal aus. Darüber hinaus stehen Markus Ganser als Teammanager eine ganze Reihe weiterer Betreuer zur Verfügung. Man konnte es ja bei der Teampräsentation deutlich sehen, wir haben momentan 15 Fahrer und der gesamte Betreuerstab macht inzwischen bereits ca. 30 Personen aus.

 

 

Dein persönlicher Weg könnte durch 2006 völlig neue Richtungen annehmen. Haben größere Teams schon angeklopft?

Es gibt noch keine Kontakte. Aber ich hoffe natürlich bald für ein großes Team fahren zu können. Doch zunächst kommen noch viele wichtige Rennen, auf die ich mich konzentrieren will.

 

Welche Umwege würdest Du in Kauf nehmen, um radsportlich nach oben zu gelangen? Könntest Du Dir, ähnlich wie Stefan Schumacher letzte Saison bei Shimano, einen Umweg über das Professional Continental-Ausland vorstellen, um dadurch näher an die Pro Tour zu kommen?

Darüber mache ich mir jetzt noch keine Gedanken. Ich will die anstehenden Rennen gut bestreiten, danach sehen wir mal weiter.

 

Lass uns doch einfach mal orakeln: Markus Eichler fährt im Jahre 2008 als Kapitän einer Pro Tour-Mannschaft durch die Lande und hat als solcher natürlich freie Auswahl beim Rennkalender. Welche Rennen wären für Dich dabei unabdingbar?

Das ist eine tolle Idee. Wenn es denn soweit kommen sollte, wären Rennen wie beispielsweise die Flandern-Rundfahrt, Paris-Roubaix oder die Deutschland-Tour dabei.

 

Wie lauten Deine nächsten Ziele für die Saison?

Nach “Rund um Düren“ und “Rund um Köln“ geht es direkt weiter zur Niedersachsen-Rundfahrt und zur Rheinland-Pfalz-Rundfahrt. Außerdem möchte ich auch den Henninger Turm mit einem guten Ergebnis bestreiten.




Siegerinterview...



 

© cycling4fans

von Sven, April 2006

Fotos: cycling4fans und Mani Wollner


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