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Die Folgen einer Armstrong-losen Saison

von chris, März 2006





Armstrong-Nachfolger Gesucht! Wer wird Erfolg haben? (c) by capture-the-peloton.com

Die erste Saison nach der Armstrong-Ära läuft mittlerweile auf Hochtouren. Während man noch  im Winter eifrig diskutierte, wie die erste Radsportsaison ohne den siebenfachen Tour de France Siegers ablaufen würde, ist dieses Rätsel zum größten Teil gelüftet.

Jedes Team, das bei der Tour de France Erfolg haben möchte, hat sich einfach den Masterplan vom in Rente gegangen Meister übernommen. Kreativ ist das nicht. Wenn es jedoch von Erfolg gekrönt ist, kräht kein Hahn mehr danach.

 

Fast jedes Team wittert nun die große Chance, den Tour de France Sieger 2006 stellen zu dürfen. Um dies zu erreichen, werden eifrig die armstrongschen Methoden nachgeahmt. Das in den letzten Jahren so offensiv fahrende CSC Team, welches die frühen Rennen wie Mittelmeer Rundfahrt oder Paris-Nizza dominierte, lässt es nun ganz ruhig angehen. Von Fahrern wie Bobby Julich, die uns in den letzten Jahren so sehr erfreut hatten, war in dieser Saison nach gar nichts zu sehen, denn es gilt: Alles für die Tour.

 

Auch das T-Mobile hat sich so einiges vom Texaner zu Eigen gemacht. So wurde in diesem Jahr bereits im Winter das Kern-Tourteam nominiert. Dadurch sollte mehr Harmonie ins Team kommen, die Kommunikation während der Tour verbessert werden und Druck von den Fahrern genommen werden. Allerdings musste man hierbei auch berücksichtigen, dass die Helfer von Ullrich keine bessere Form als er selbst haben dürfen, so dass Ullrich seinen Teamkollegen im Training und im Rennen folgen kann. Nur so kann man erklären, dass Fahrer wie Eddy Mazzoleni, Giuseppe Guerini oder Sergej Gontchar in den bisher gefahren Rennen meistens Platzierungen im dreistelligen Bereich hinnehmen mussten. Ullrich selbst konnte man bis dato in noch keinem Rennen sehen.

Mit Alexandre Vinokourov vom Liberty Seguros Team will ein weiterer Fahrer, der in den letzten Jahren meistens schon im Frühjahr mit tollen Rennen begeistern konnte, seinen Fokus nur noch auf die Tour de France legen. So möchte der Kasache bis zur Frankreich Rundfahrt nur noch ganze 2 Rennen bestreiten.

Durch diese Maßnahmen verspricht die Tour de France spannend wie nie zu werden und der Tour de France Zuschauer könnte zum großen Gewinner werden.

 

Jedoch gibt es auch eine Menge Verlierer. Vor allem die  Rennen im Frühjahr leiden darunter, dass die großen Namen den Veranstaltungen fernbleiben. Auch der Radsportfan an sich, der seine Idole gerne vor Ort oder zur Not im TV live erleben möchte, wird enttäuscht. Durch diese Maßnahmen könnten sowohl Teams als auch die Fahrerstars dem Radsport einen Bärendienst erweisen. So wird der Radsport noch mehr auf die Tour de France fokussiert und der allgemeine Zuschauer und der Fan verlieren das Interesse an einer doch so packenden Sportart, wenn sich die Idole vor und nach der Tour kaum mehr (in Form) zeigen.

 

Um diesen Trend entgegen zu wirken müsste die ProTour Gesamtwertung den Fahrern und Teams schmackhafter gemacht werden, zur Not eben mit mehr Preisgeld. Denn wer die ProTour Gesamtwertung gewinnen will, muss bei vielen Rennen punkten. Um Punkten zu können, muss man auch bei vielen Rennen an den Start gehen. Und wenn der Fan seine Helden öfter sehen kann, ist er umso zufriedener.

Warum führt man zum Beispiel keine Pflichtzahl an Renntagen ein, die ein Fahrer in einer Saison erreichen muss. Erreicht der Fahrer diese Punktzahl nicht, wird er im kommenden Jahr von der ProTour ausgeschlossen (außer wenn die Punktezahl aufgrund von nachweisbaren Verletzungen nicht erreicht werden kann).

 


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