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(Doping)Mittel und Methoden



AMPHETAMINE

 

Amphetamine sind gegenwärtig die weltweit am häufigsten nachgewiesenen Dopingmittel. Sie haben im Sport eine lange Tradition.

 

Es begann mit der Suche nach einem wirkungsvollen Asthmamittel, als Nachfolgeprodukt für das Hormon Adrenalin, das oral eingenommen nicht wirksam ist. In den zwanziger Jahren gelang die Isolierung des Ephedrin aus der chinesischen Pflanze ma huang (Ephedra), einem kleinen Baum, dessen Früchte schon Jahrhunderte lang als Stimulanz verzehrt wurden. Wegen der Seltenheit der Pflanze wurde ein leicht zu synthetisierendes Derivat gesucht, was in den 30er Jahren in den USA gelang und Amphetamin genannt wurde. Das erste Produkt, Benzedrin, kam zur Behandlung von Asthma auf dem Markt, dafür werden sie heute aber wegen der großen Nebenwirkungen nicht mehr angewandt.

 

Ephedrin, Amphetamin und Adrenalin haben den selben Stoff Phenylethylamin als Ausgangsstoff. Man nennt sie auch Weckamine, da nach der Einnahme die Müdigkeit nachlässt, Aufmerksamkeit und Leistungsfähigkeit steigen, die Atmung angeregt, die Motorik verstärkt und der Appetit gedämpft werden. Die Stimmung steigt gegen euphorisch, wobei Amphetamine stärker wirken als die Ephedrine.

 

Bald nach Beginn der Vermarktung wurde die aufputschende und muntermachende Wirkung entdeckt, sodass angeblich Studenten in der Prüfungsphase die ersten waren, die sich des neuen Mittels bedienten. Vor allem im zweiten Weltkrieg wurde es auf britischer und deutscher Seite in den Armeen in großem Stil von den Soldaten, vor allem den Piloten, eingenommen. Im alltäglichen Leben, ob bei den Arbeitern oder im akademischen Milieu, fanden sich schnell Liebhaber und bald auch im Sport. Bei sehr großen Belastungen wurden sie für viele unersetzlich, zumal sie leicht und günstig zu erwerben waren, in Frankreich noch bis zum Jahr 1955 völlig frei.

 

Die Liste der Nebenwirkungen ist lang. Unruhe, Nervosität, Muskeltremor, Gewichtsverlust, Verdauungsstörungen, Blutdruckanstieg, illusionäre Verkennungen bis hin zu Psychosen sind einige, ganz abgesehen von einer psychischen Abhängigkeit, ein Suchtpotential, das in allen diesen Stimulantien verborgen liegt.

 

Da die Ermüdungsschwelle im Sport angehoben wird und die natürlichen Grenzen nicht mehr erkannt werden, besteht die Gefahr an und über die körpereigenen Grenzen zu gehen. Mangelnde Regeneration und Übertraining bis hin zu einem katabolen Zustand können die Folge sein. Die Amphetaminprodukte (wie alle Sympathomimetika) werden überwiegend zur Leistungsverbesserung im Wettkampf oder zur Trainingssteigerung eingesetzt.

 

Der Internationale Radsportverband UCI war bis zur Unterszeichnung des WADA-Codes der einzige Verband, der die Einnahme dieser Stimulantien auch in der wettkampffreien Zeit verbot und dies mit Trainingskontrollen überprüfte. Hintergrund war, dass es bei Radsportlern üblich war und ist, mit diesen Mitteln die umfangreichen und intensiven Trainingseinheiten erträglicher zu gestalten.

 

Wie so etwas vonstatten geht, schilderte Philippe Boyer in einem Filmbeitrag von ARTE am 17. 9. 2002. Der französische Olympiateilnehmer von 1982 erzählte freimütig, wie er während des Wintertrainings zur besseren Motivation mit den Amphetaminen anfing und bereits im zweiten Jahr ganzjährig davon Gebrauch machte. Auch heute noch nach 20 Jahren greift er danach, allerdings meinte er, er sei nicht süchtig, der Körper verlange nicht danach, aber genau das ist die Wirkung, die Psyche möchte immer mehr. Boyer wurde mittlerweile wegen Dopingmittelhandels, u.a. den Pot belge betreffend, verurteilt. (Siehe auch hier: c4f: Philippe Boyer)

 

Einige Todesfälle gehen auf das Konto von Amphetaminen.

 

Die Vereinten Nationen veröffentlichten im September 2003 einen Ecstacy und Amphetamin-Report, der Auskunft gibt über die Herstellung, den Vertrieb und Konsum der Drogen, hier als pdf-Datei erhältlich:

UN: Ecstasy and Amphetamines - Global Survey 2003 (PDF)

 

 

Beitrag von maki

 


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