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Im Schatten der Großen

von  Silvia, Mai 2005

 

Kennen Sie George Hincapie? Oder Paco Lara? Nein?

Doch gerade Fahrer wie sie machen den Radsport so spannend, attraktiv und interessant, wie er heute ist.

 

Denn die wahren Helden des Radsports sind nicht etwa Lance Armstrong, Jan Ullrich, oder wie sie alle heißen. Oft wird nicht honoriert, was Helfer wirklich leisten. Denn ohne sie wäre der Radsport nicht das, was er heute ist. Er wäre einfallslos, für machen Kapitäne das Rennen schon frühzeitig beendet. Wer würde sie schon nach einem Sturz wieder heranfahren, wer würde Lücken zufahren, wenn die Konkurrenz mal wieder ausgerissen ist?

 

Solche Fahrer sind die wahren Helden des Radsports. Sie fragen sich warum?

„Das ist doch ihre Arbeit!“ könnte man denken. Aber das ist nicht so selbstverständlich. Auch sie würden gerne ausreißen, Etappen gewinnen, mal oben stehen. Doch sie dürfen nicht. Dafür sind sie nicht zuständig. Und wenn doch mal ein „kleiner“ Fahrer etwas gewinnt, vielleicht sogar eine Tour-Etappe? Ist am nächsten Tag vergessen. Da geht es wieder um die Kapitäne, um den Gesamtsieg. Das ist wichtiger.

 

Und Jan Ullrich wäre bei der Tour de France nicht so weit vorne gelandet, wenn ihm nicht z.B. Rolf Aldag am Berg geholfen hätte. Die größere Arbeit hat wohl Aldag verrichtet. Doch nur der Sieg zählt. Ullrichs Sieg. 

 

Doch manchmal dürfen die Helfer auch auf ihre eigene Faust handeln. Denkt man zumindest.

Denn es werden auch schon mal Helfer zum Attackieren geschickt, damit die Favoriten hinterher fahren. Somit sollten deine Kapitäne geschont werden. So war es zumindest 2001 beim Rennen Paris-Roubaix. Servais Knaven riss aus, und die vermeintlichen Favoriten sollten ihn attackieren. Doch diese sprangen nicht darauf ein, wodurch doch noch mal ein Helfer zu einem Sieg kam.

 

Die Helfer bekommen  zwar nach einem Sieg jeder einen Teil der Siegerprämie, doch bei den höher dotierten Verträgen und durch Einnahmen in der Werbung der „größeren“ Fahrer, dürfte das diese wohl nicht schmerzen. Da wundert es nicht, dass sie bei Toursiegen selber noch Geld dazu geben. Bei Lance Armstrong und Jan Ullrich waren es zum Beispiel 100.000€.

Eine nett gemeinte Geste des Kapitäns, der selbst meistens auf Siegprämien verzichtet.

 

Und dennoch, was ist der Lohn für die Arbeit? Ein Klaps auf den Rücken, oder ein Lob vom Team-Manager vielleicht. Und die Lorbeeren? Die heimsen dann wieder die „großen“ ein.

 

Diesen Sommer bei der Tour de France werden sie wieder gefeiert, die Ullrichs und Armstrongs. Die George Hincapies und Paco Laras des Radsports werden zusehen, und sich für ihre Kapitäne freuen. Und doch sind sie die wahren Helden, auch wenn sie nicht oben stehen.


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