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Rhein-Radtour 2004 (von der Quelle bis zu den Rheinfällen)

von Axel & Bianca



Urlaubsberichte



 

Eingangstext       Tage 1-4       Tage 5-9       Tage 10-12

 

 



„Grüezi mitenand“

Kuhglocken und Appenzeller

oder

Mit dem Velo von der Rheinquelle zum Rheinfall



Die Route

Die Strecke von Andermatt nach Schaffhausen ist 333 km lang, insgesamt sind wir inklusive Ausflügen und Zimmersuche ca. 400 km gefahren. Vor allem am Anfang der Strecke bis Chur sind zahlreiche, teils recht steile Steigungen und Abfahrten zu überwinden, die aber auch mit mäßiger Kondition gut machbar sind. Wir sind die Tour bewusst sehr gemächlich abgefahren, d.h. Etappen von 50-60 km waren die längsten Tagesstrecken, in der Regel sind wir aber eher ca. 35-40 km pro Tag in gemächlichem Tempo dahingeradelt. So blieb an jedem Tag noch genügend Zeit, um auch interessante Dinge rechts und links des Weges anzusehen. Sportlich ambitionierte Radler können das gesamte Stück sicherlich in wenigen Tagen runterradeln.

 

Der Weg führt meist weitab von befahrenen Straßen teils auf asphaltierten Feldwegen, teils auf unbefestigten, aber gut mit dem Rad zu fahrenden Feldwegen durch die Natur. Wenn der Weg auf Autostraßen entlang führt, dann sind diese meist wenig befahren oder es gibt einen gut abgetrennten Radweg.

 

Was die Streckenführung betrifft haben wir uns am bikeline-Radtourenbuch (Rhein-Radweg Teil 1: Von Andermatt nach Basel) orientiert. Hier hat man ein Höhenprofil, unverzichtbare und super-übersichtliche Karten der einzelnen Etappen (im handlichen Lenkertaschenformat), eine textliche Beschreibung der Strecke, Vorschläge für Übernachtungsmöglichkeiten mit ungefähren Preisangaben und sonstige nützliche Informationen. Ob man allerdings die ziemlich genaue Routenbeschreibung braucht, sei dahingestellt. Die Strecke ist nämlich auch sehr gut ausgeschildert (Velo-Route 2 von 9 sehr interessanten weiteren Velorouten in der Schweiz) und man findet den Weg fast automatisch. Beschreibungen à la „nach rund 1,8 km links auf eine kleine Landstraße einbiegen, nach der kleinen Brücke rechts, diese führt Sie unter einer Bundesstraße hindurch, danach links, kurz hinauf und dann rechts auf einen unbefestigten Weg“, die fast den gesamten Text des Radtourenführers ausmachen, beachtet man sowieso nicht – schon deshalb, weil man nicht alle 300 m anhält, um noch mal nachzulesen, wo genau man denn jetzt lang muss. Vermisst haben wir vielmehr umfassende Infos über die einzelnen Städte und sehenswerten Stationen, Vorschläge für weitere Unternehmungen abseits der Radstrecke usw., sozusagen auch mal ein Blick nach links und rechts.

 

Alternativ zum bikeline-Buch könnte man auch in Erwägung ziehen, den offiziellen Schweizer Veloführer zur Route 2 zu verwenden (Veloland Schweiz). Den haben wir uns nur kurz in einer Buchhandlung angesehen und nicht in Aktion auf Streckentauglichkeit geprüft, fanden ihn allerdings sehr kurz und knapp gehalten, die Karten sind unübersichtlicher als im bikeline und mit 18 Euro (so gesehen in einer Konstanzer Buchhandlung und bei Amazon) ist er fast doppelt so teuer wie der bikeline!

 

Informationen gibt es auf alle Fälle auch auf der Internetseite von Veloland Schweiz (www.veloland.ch), unter anderem findet man hier weitere Reiseberichte. Interessant ist diese offizielle Schweizer Streckenführung, wenn man plant, bestimmte Abschnitte dieser oder anderer Schweizer Radrouten per Zug zurückzulegen. Da gibt es nämlich von der SBB und Veloland Schweiz eine kostenlose Broschüre, in der die Strecken und Fahrpläne aller möglichen Überbrückungsstrecken per Bus, Bahn und Schiff sowie weitere nützliche Informationen zum Fahrradtransport per Bahn in der Schweiz aufgeführt sind ("Mit Velo und Bahn gut unterwegs", liegt an zahlreichen Bahnhöfen in der Schweiz aus).



Reisezeit

Vorzugsweise in den Sommermonaten Juni, Juli, August. Von einer Reise vor Juni sollten vor allem diejenigen absehen, die in Andermatt starten möchten und den Oberalppass per Rad bezwingen oder zumindest aus 2000 m Höhe vom Pass hinabsausen möchten, denn der Oberalppass könnte aufgrund widriger winterlicher Bedingungen noch bis Anfang Juni gesperrt sein. Aber auch im Juni sollten bei einer geplanten Abfahrt vom Oberalppass Handschuhe im Gepäck sein, dort oben lag Schnee, trieben Eisschollen auf dem See und es war unglaublich zugig - wir haben die Handschuhe schmerzlich vermisst.

 

Wir haben den Juni als sehr vorteilhaft empfunden. Der Wintertourismus ist in den Hochalpen zu dieser Zeit vorbei und der Sommertourismus ist noch nicht angelaufen. Das merkt man einerseits bei der Zimmersuche und andererseits an der relativen Einsamkeit auf den abgelegenen Radwegen. Selbst am Bodensee, wo uns dann doch des öfteren einzelne Radtouristen bis hin zu großen, an die 50 Radler umfassende Gruppen entgegenkamen, konnten wir ohne Voranmeldung und ohne große Suche immer ein Zimmer finden, bisweilen waren wir auch die einzigen Gäste im Haus. Nachteilig kann sich im Juni auswirken, dass selbst dann noch einzelne Seil- oder Bergbahnen in ihrer Winterruhe harren und man deshalb bei Ausflügen nach Alternativen suchen muss.



Unterkünfte

Unterkünfte waren an und für sich zu dieser Reisezeit nicht schwer zu finden. Generell gestaltet sich die Zimmersuche aber etwas mühsam in der Schweiz. Privatzimmer sind bis auf einige Ausnahmen kaum vorhanden und man kann sich nicht einfach, wie wir dies erwartet hatten, an den "Zimmer-frei"-Schildern orientieren und so eine Auswahl treffen.

Am einfachsten ist die Zimmersuche über die Touristeninformationen, die häufig an Bahnhöfen angesiedelt sind und deren Funktion in kleinen Orten sogar vom Bahnhofspersonal übernommen wird. Im Zweifelsfalle also immer erst mal zum Bahnhof fahren und dort nachfragen.

Für ein Doppelzimmer mit Frühstück haben wir zwischen 30 und 65 Franken pro Person gezahlt (wobei wir uns mit den 65 Franken zum Schluss noch mal ein schönes Zimmer gegönnt haben - es wäre auch günstiger gegangen - und die 30 Franken ein absoluter Minusrekord und bei weitem nicht üblich waren). Dabei gilt, dass Privatzimmer, wo vorhanden, bei besseren Zimmern meist günstiger sind als einfache Hotels oder so genannte Velotels und dass es in der Sommertourismusregion Bodensee nicht wie erwartet teurer, sondern eher billiger geworden ist. Wo möglich (Bodenseeregion) sollte man auf Österreich oder Deutschland ausweichen bzw. dort eine Übernachtung einplanen, wo man laut Streckenführung sowieso durch Österreich/Deutschland kommt: Es sind mehr Privatzimmer zu finden und man kann Geld sparen! Allerdings ist es gerade hier, am Bodensee, nicht gern gesehen, wenn man nur für eine Nacht bleiben möchte. In Konstanz kriegt man Privatzimmer erst ab drei Nächten, in Fußach in Österreich (natürlich nicht nur dort) muss man auch schon mal damit rechnen, dass man von Zimmervermietern mit der Begründung "Wir sind leider voll belegt" (=wir wollen keine Touris, die nicht mindestens drei Tage, besser noch eine Woche bleiben) abgewiesen wird.

Eine Alternative für Heuschnupfenresistente ist für ca. 20 Franken "Schlafen im Stroh". Entlang der Wegstrecke findet man einige Schilder und Wegweiser zu Anbietern solcher Schlaflager.

 

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