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Urlaubsberichte



Rhein-Mosel-Radtour

von Axel & Bianca



1. Tag...



Burg Pfalzgrafenstein

Unsere Rhein-Tour haben wir in Bingen begonnen, da ab hier der sehenswerte Mittelrhein-Abschnitt beginnt, in dem sich der Rhein durch die Felsenlandschaft des Taunus und Hunsrück schlängelt. Der Rhein passiert bis Koblenz 30 Burgen und Schlösser, malerische Örtchen und natürlich den Loreley-Felsen. Aus diesem Grund empfiehlt sich diese Tour vielleicht eher als "gemütlicher Fahrrad-Kurzurlaub" mit einigen Zwischenstopps denn als Rennstrecke für sportlich Ambitionierte. Vor allem, weil man im Frühjahr und Sommer nicht unbedingt alleine auf dieser Strecke unterwegs sein dürfte.





Die Schönburg bei Oberwesel

Unsere Entscheidung, diese Tour noch vor Anbruch der Osterreisewelle zu machen, stellte sich als sehr gut heraus, denn in dieser Zeit sind noch nicht allzu viele Radler unterwegs und man findet überall problemlos Unterkunft.

Es empfiehlt sich, auf der linken Seite des Rheins entlangzuradeln, da hier der Radweg besser ausgebaut ist und man fast nie gezwungen ist, auf der Bundesstraße zu fahren. Allerdings befindet sich der Radweg (außer im ersten Teilabschnitt) weitestgehend als separater Streifen unmittelbar neben der Bundesstraße - wir haben das allerdings nicht als unangenehm empfunden, da die Straße nicht allzu stark befahren ist. Sehenswürdigkeiten auf der rechten Seite sind meist sehr einfach per Fähre zu erreichen (ca. alle 10 km in größeren Orten). Im Allgemeinen gilt es, der meist einfach zu findenden Beschilderung (weißes Rad auf grünem Grund) zu folgen.





Oberwesel

 

Wir sind mit dem Zug in Bingen Hbf angekommen, einem sehr guten Ausgangspunkt, um direkt mit der Tour loszulegen. Etwas weiter flussaufwärts und im Zentrum der Stadt liegt der Binger Stadtbahnhof, in dessen Nähe sich auch die Touristeninformation befindet. Dort kann man für gar nicht viel Geld eine ganz gute Radwanderkarte für eben diesen Rheinabschnitt (auf der auch andere Touren abseits des Rheins und weitere nützliche Informationen verzeichnet sind) und einen guten Burgenführer bekommen.

 

Egal, ob man die Tour am Hauptbahnhof oder Stadtbahnhof beginnt, muss man kurz vor dem Binger Hauptbahnhof im Stadtteil Bingerbrück zunächst über eine Autobrücke die Gleise überqueren, um auf die Bundesstraße nach Koblenz zu gelangen. Dieser folgt man einige Kilometer, bis schließlich ein separater Radweg von der Straße wegführt. Ab hier fährt man immer der Nase nach am Rhein entlang. Es dauert nicht lange, bis man die ersten Burgen und Schlösser passiert, die sich im ersten Teil der Strecke meist linksrheinisch befinden und alle zur Besichtigung einladen.

 

Als erste Rast bietet sich direkt am Radweg auf Höhe Niederheimbach ein kleiner Kiosk an ("Beim Tulli"), wo man bei netter Bedienung und einer leckeren Erfrischung die vorbeiziehenden Rheinschiffe beobachten kann.

Erstes Städtehighlight ist nach ca. 10 weiteren Kilometern Oberwesel. Hier lohnt es sich, den Radweg für einen Abstecher in die historische Innenstadt zu verlassen.





Loreley

Kurz darauf kann man bereits den Loreley-Felsen auf dem rechten Rheinufer und den beeindruckenden Flussverlauf im Tal erblicken - hier zwängt sich der Rhein durch seine schmalste Stelle im Mittelrheinabschnitt, die allerdings auch die tiefste ist (bis zu 25 m). Will man die Loreley erklimmen, besteht in St. Goar, einem weiteren hübschen Städtchen, die Möglichkeit, mit einer Autofähre nach St. Goarshausen überzusetzen. Ab hier folgt man der Beschilderung zur Loreley. Es geht ca. 4 km stetig bergauf, wobei ca. 200 Höhenmeter mit Steigungen bis zu 14 % überwunden werden müssen (eine funktionierende Gangschaltung ist von Vorteil).

 

Mit seinem Fahrrad fährt man am besten bis zum Berghotel (am Kreisverkehr nicht nach rechts zum Besucherzentrum und zur Freilichtbühne abbiegen, sondern geradeaus weiterfahren), von wo aus man direkten Zugang zur Aussichtsplattform hat. Spätestens hier merkt man, dass sich die Schinderei gelohnt hat, denn der Blick über das Rheintal ist einmalig. Die Schinderei hat sich auch gelohnt, weil man nun mit Tempo jenseits der 50 km/h den Berg wieder hinabsausen kann (eine funktionierende Bremse ist von Vorteil). Nach ca. 2 min ist man dann auch schon wieder in St. Goarshausen.



Loreley...




Loreley






Loreley (alle Fotos von Axel & Bianca)



Aufgrund des besseren Radwegs auf der linken Rheinseite empfiehlt es sich, hier auch gleich wieder nach St. Goar überzusetzen. Zudem folgt auf der linken Seite nach ca. 15 km das malerische Städtchen Boppard.

 

Wir haben diese Stadt für eine erste Übernachtung genutzt. Wärmstens ist das Gästehaus "Bei Schinderhannes und Julchen" (www.schinderhannes-und-julchen.de) empfehlen (gleich neben der Kurtrierischen Burg). Dort gibt es schöne Zimmer, ein super Frühstücksbuffet und nette Leute. Gut bürgerliche Küche war in Boppard schwer zu finden, dafür aber super italienische im Restaurant "Zum Schnuggel Elsje" (hört sich nicht sehr italienisch an, dafür schmeckt es umso besser). In die "Alte Schmiede" am Markplatz sollte man nur gehen, wenn man nicht sehr durstig oder aber sehr flexibel ist. Nachdem wir vergeblich versucht hatten, Apfelschorle, Mineralwasser oder ein simples Bier zu bestellen, mussten wir mit Cola und Kölsch vorlieb nehmen. Zum Trinken geht man dann doch besser in die "Römerburg" direkt gegenüber der Kurtrierischen Burg, wo es in urgemütlicher Atmosphäre leckere Weine der Region zu kosten gibt.



2. Tag...

Für die Weiterfahrt nach Koblenz bietet sich ab Boppard trotz schlechterem Radweg (ca. 5 km vor Braubach direkt auf der Bundesstraße) die rechte Rheinseite mit einem Abstecher zur Marksburg an (Beschilderung in Braubach folgen).

Nach ebenfalls heftigem, aber wesentlich kürzerem Anstieg als zur Loreley erreicht man die einzige, seit dem Mittelalter unzerstört gebliebene Ritterburg dieses Rheinabschnitts. Bei einer ca. einstündigen Führung durch die Burg sieht und lernt man allerlei Interessantes und Kurioses und erfährt, woher die Sprichwörter "einen Zahn zulegen", "die Tafel aufheben" oder "türmen" kommen.

Wieder unten angekommen, sollte man auf keinen Fall weiterhin der Bundesstraße den Rhein entlang fahren, da es ab hier wieder einen schönen Radweg separat der Bundesstraße gibt (schlecht ausgeschildert - einfach neben der Kreuzung, die wieder auf die Bundesstraße führen würde, rechts neben der Straße durch die kurze Unterführung unter der Bundesstraße hindurch gehen und sofort danach rechts dem Radweg folgen).




 

In Lahnstein muss man die Lahn über eine Autobrücke überqueren - etwas chaotisch, da man in die Stadt hinein muss, aber man findet diese Brücke dann doch recht schnell. Sofort nachdem man die Brücke überquert hat, biegt man rechts auf den Radweg ab, um dem rechten Lahnufer zurück zum Rhein zu folgen. Kurze Zeit später bietet es sich an, Rast zu machen, denn man fährt direkt an "Maximilians Brauwiesen" (www.maximilians-brauwiesen.de) vorbei. Hier gibt es leckeres, selbstgebrautes Bier und diverse leckere Snacks (dabei sollte man(n) es nicht verpassen, auf die Herrentoilette zu gehen - die Damentoilette ist leider weit weniger spektakulär). Auch Leute, die am linken Rheinufer geblieben sind, kommen auf ihre Kosten, da auf gleicher Höhe die "Königsbacher Brauerei" mit Brauereiausschank auf dem Weg liegt.

 

Um die wenige Kilometer entfernte Innenstadt von Koblenz zu erreichen, sollte man kurz hinter Lahnstein wieder auf die linke Rheinseite wechseln. Am eindrucksvollsten geht das über eine Eisenbahnbrücke im Ortsteil Horchheim. Dafür verlässt man "Maximilians Brauwiesen" nicht auf dem Rheinradweg sondern zur Straßenseite hin. Der Straße folgt man immer geradeaus (parallel zur Fließrichtung des Rheins - Achtung: dabei folgt man nicht immer der Straßenführung der Vorfahrtsstraße). Kurz vor einem Bahnübergang biegt man links in einen Rad-/Fußweg ein und gelangt direkt auf die Bahnbrücke, auf der ein schmaler Weg links neben den Gleisen entlangführt.

 

Auf dem linken Rheinradweg gelangt man nun direkt nach Koblenz und zum Deutschen Eck, wo die Mosel in den Rhein fließt. Wer bis jetzt noch nicht genug Bier getrunken hat, bekommt hier noch einmal die Möglichkeit dazu - in einem lauschigen Biergarten der "Königsbacher Brauerei". Von dort aus gelangt man auch auf kurzem Wege in die Koblenzer Altstadt.

 




Wer jetzt noch Lust zum Weiterradeln hat, hat hier die Option, den Rhein zu verlassen und der Mosel zu folgen. Das tut man am besten am linken Ufer (Achtung: In Radelrichtung ist das die rechte Seite). Dazu überquert man die Mosel über die erste Autobrücke nach dem Deutschen Eck und folgt der Ausschilderung des Moselradweges nach Cochem. Ein nicht weit entferntes (ca. 15 km) lohnenswertes Ziel ist Winningen, ein lauschiges Weinörtchen. Bereits der Weg dorthin stimmt auf den Weingenuss ein, denn er verläuft etwas oberhalb der Mosel direkt durch die Weinberge.

 

Angesichts der unzähligen Weinstuben, die erkundet werden möchten (besonders lecker Essen und guten Wein gibt´s in typischer Winzeratmosphäre in "Seng´s Winzerwirtschaft" in der Bachstraße), lohnt es sich, hier das Nachtlager aufzuschlagen. Wer sich neben dem Radeln auch ein bisschen fürs Autofahren interessiert, sollte es nicht verpassen, im Geburtshaus des Audi-Gründers August Horch ("Horch-Pension" in der Fährstraße) zu übernachten. Auch für Nicht-Autofreaks ist dieses Quartier sehr empfehlenswert, da man in einem urigen Fachwerkhaus mit gemütlichem Innenhof in schön hergerichteten Zimmern wohnt.



3. Tag...

 

Für diejenigen, die den Moselradweg nicht weiter nach Trier fahren möchten und so wie wir nur 3-4 Tage für die Radtour eingeplant haben, ist Winningen ein schöner Abschluss der Tour.

 

Zwar fährt man auf dem Moselradweg, nachdem man Winningen verlassen hat, nochmal direkt an den steil aufragenden Weinhängen entlang, bald verläuft der Radweg jedoch wieder einseitig auf der Bundesstraße. Trotz malerischer Landschaft fängt das Radfahren bald an zu nerven, wenn einem direkt neben dem Radweg, der lediglich durch zwei weiße Streifen von der Fahrbahn getrennt ist, auf der relativ stark befahrenen Bundesstraße die Autos entgegengerast kommen. Dass einige Schilder des an und für sich gut ausgeschilderten Radwegs leicht zu übersehen bzw. die Richtungsangaben missverständlich sind, empfanden wir ebenfalls als unvorteilhaft. Gut ist da, dass man direkt an der Bahnlinie entlangfährt und in irgendeinem der Moselorte einfach in den Zug zurück nach Koblenz steigen kann.

 

Fazit:

Eine durch und durch lohnenswerte Tour für ein verlängertes Wochenende. Auch für Leute, die meinen, die Strecke bereits von Zugfahrten entlang der Strecke in- und auswendig zu kennen, gibt es auf dem Rad noch unzählige neue Sachen zu entdecken.

Einziger Wermutstropfen ist vielleicht die ständige Nähe zu Straße und Bahnlinie, die jeweils beidseitig des Rheins verlaufen. Radler, die mehr Nähe zur Natur suchen, empfinden die zahlreichen Streckenabschnitte, in denen der Radweg direkt neben der Straße verläuft, vielleicht als störend.


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