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Urlaubsberichte



Michelin auf dem Monte Baldo

Text und Fotos: Michelin-Männchen, 9.2003



Eigentlich war alles ganz anders geplant. Auf unserer Reise vom Lago di Como nach Österreich wollten wir einen kleinen Abstecher nach Bormio machen, sodass ich von dort den Mortirolo (und evtl. den Passo di Gavia) befahren konnte.





Passo da Colma

Als Vorbereitungstour hatte ich mir eine Runde von Erba über den Berg nach Bellagio und zurück über Madonna di Ghisalo überlegt. Schon am Passo die Colma und nach zwei Plattfüssen und drei Anrufen vom Büro machte ich jedoch kehrt zum Hotel. Die Form für den Mortirolo war definitiv nicht vorhanden.

 





Blick auf den Gardasee

Statt in Bormio hatten wir uns am Lago di Garda einquartiert. Also musste schnell eine Alternative her. Da bot sich direkt der Monte Baldo an, von 100 hm bis auf über 2000 hm (zumindest theoretisch) stellte eine adäquate Alternative dar – und das, bevor ich das Höhenprofil kennenlernen sollte.

 



An einem sonnigen Sonntagmorgen setzte mich meine Freundin am Einstieg in Mori ab. Die ersten Kehren konnte ich in angenehmen Tempo und hohen Temperaturen absolvieren, doch schon in Brentonico (700 hm) sah ich heftige Wolken aufziehen.

 




1te Station - Brentonico



2te Station - hier gab es warmen Tee



Egal, weiter ging es, eine kurze Gegensteigung in den Ort nahm ich mit Vollgas und verlor dabei leider meine Karte. Am Ortsausgang sah ich das erste Steigungsschild: 17%!! Die nächsten 3 km waren dementsprechend hart, trotz 39-28.

 





Kurz vor dem Hagelschauer - S. Valentino

Den nächsten Ort, S. Valentino auf ca. 1100 m Höhe, nutzte ich, meine Windjacke überzuziehen, da es inzwischen schon sehr frisch geworden war.

 

Kurz danach begann es zu hageln! Meine Freundin rief mich auf dem Handy an, weil sie begann, sich Sorgen zu machen. Den stärksten Schauer verbrachte ich unter einem Felsvorsprung doch entschied ich mich dann, einfach weiterzufahren.

 



Auf 1600 m Höhe befand sich eine Hütte, an der sich eine ganze Reihe unentwegter Radler und Kletterer gesammelt hatte. Die Temperatur betrug inzwischen nur noch 5°. Auf den Berg (über 2000 hm) konnte ich nicht fahren, da dorthin nur ein Schotterweg führte. Also wählte ich die Abfahrt von 200 hm zum Aussichtspunkt.

 

Dort angekommen, wärmte ich erst mal meine klammen Hände auf.

 

Von dort führte die Strasse weiter und ich verpasste leider die Abzweigung zur Bergstation. Nach einigen Kilometern Umweg nahm ich schließlich die letzten 300 hm in Angriff, erst gleichmäßige 10%, dann wurde es für 1 km sehr steil (>15%), plötzlich sah ich vor mir den Asphalt in Schotter übergehen, doch da musste ich jetzt durch. Teilweise war auch dieser Schotterweg so steil, dass ich schieben musste. Immer wieder kamen mir Mountainbiker entgegen, die mich mitleidig ansahen.

 




Jaja, jetzt sind es ja nur noch 300 hm



Nach insgesamt drei Stunden erreichte ich endlich den Gipfel. Dort erwartete mich schon meine Freundin mit einem warmen Cappucino und einem Wurstbrot.

 




Endlich oben - Und das Wetter ist dann auch wieder schön



Da das Wetter jedoch nicht besser geworden war, entschloss ich mich, zur Abfahrt die Gondel zu nehmen und bis zur Talstation (500 hm) zu fahren. Die restlichen 400 hm Abfahrt waren dann der reine Spass, auf der Strasse am See entlang ging es mit über 30 km/h Richtung Hotel. Einem Mountainbiker war das wohl noch zu langsam, denn an einer kleinen Steigung ließ er mich einfach stehen. Naja, ich hatte bereits 1800 hm in den Beinen und die Flasche war leer.

 

Fazit: Tolle Tour, auf den Hagel hätte ich verzichten können, und wg. des Schotterwegs wäre ein Trekking-Rad vermutlich besser gewesen. Nächstes mal muss aber auf jeden Fall der Mortirolo daran glauben.


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