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16/06 2004

Ricardo Otxoa

von Fränzi



Ricardo Otxoa wurde am 30. August 1974 zusammen mit seinem Zwillingsbruder Javier in Bilbao geboren.

Mit seinen Eltern Ricardo und Maria Otxoa Palacios und dem älteren Bruder Andoni verbrachten sie die ersten sechs Lebensjahre in Bilbao. Wegen des starken Asthmas der Zwillinge zog die Familie nach Südspanien. Ricardo und Javier trainierten und wohnten dort zusammen. Die Eltern zogen später wieder nach Bilbao-Zorroza in ihr Eigenheim.

Ricardos grösster und einziger Erfolg war der Titel des spanischen Amateurmeisters 1995. Ein Jahr später wurde er Profi, seine Karriere begann er bei Once wo er bis 1999 fuhr, in der Saison 2000 wechselte er zu Kelme um dort zusammen mit seinem Bruder zu fahren. Damals schworen sie sich, dass sie für immer zusammenbleiben wollten.

Das Glück dauerte leider nicht allzu lange, den an einem Donnerstagnachmittag im Februar 2001 wurde es jäh zerstört.

Am 15. Februar gingen die Otxoa Brüder wie jeden Tag zusammen trainieren. Auf dem Weg nach Hause wurden sie in Cartama (nähe Malaga) von hinten von einem Auto erfasst und zu Boden geschleudert. Ricardo erlag noch am Unfallort seinen schweren inneren Verletzungen, Javier blieb schwer verletzt liegen.

Am 17. Februar nahmen viele Hunderte in Berango mit der Familie und Angehörigen von Ricardo Abschied.

 

 

 

 





Ich weiss es klingt etwas komisch, aber dennoch möchte ich an Ricardo einen Brief mit persönlichen Worten verfassen:

 

 

 



Lieber Ricardo

Nun sind schon drei Jahre und gut drei Monate vergangen, seit Du auf so tragischen Weise sterben musstest. Leider lernte ich Dich erst durch diesen so absurden Unfall kennen.

Zweimal sah ich Dich während der Tour de Suisse. 1998 bei einem Zeitfahren und als Du mit dem Peloton bei uns in Thun vorbeifuhrst. Damals warst Du für mich „nur“ ein Fahrer wie alle anderen, schnell hab ich Dich wieder vergessen und habe Anteil an Erfolgen meiner grössten Idole Richard Virenque und Marco Pantani genommen.

Nun bist Du oft in meinen Gedanken, besonders wenn ich Javier sehe. Am 15. eines Monats bin auch manchmal traurig, weil Dich Javier und auch deine Eltern so sehr vermissen.

Ich gebe es Dir offen zu, als im Jahr 2000 dein Bruder jene Etappe am Hautacam gewann, war ich sehr wütend, weil ich erhofft habe Richard oder Marco würden die Königsetappe der Tour holen. Nun wäre es mir lieber er hätte damals auch noch das Bergtrikot gewinnen können.

Mir fehlen noch heute die Worte, gerade im Februar, der für mich persönlich sowieso der blödeste und traurigste Monat ist. Ich kann und will es einfach nicht glauben, warum jener Volvofahrer einfach davon fuhr ohne sich um Dich zu kümmern.

Ich hoffe ganz fest, dass Du deine Eltern und auch deine Geschwister von oben beschützt und ihnen den Weg voraus gehst.

 

Ich werde Dich niemals vergessen und immer in guter Erinnerung haben.

 


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